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Werdenfelser Künstlerlexikon Text-Auszug 9

 

Künstlerlexikon des Werdenfelser Landes -
Textauszug aus über 4900 Kurzbiographien

 

Schnackenberg, Walter; Maler, Zeichner, Genre, Porträts, Plakatkünstler, Gebrauchsgraphiker, Bühnendekorations-Entwurfzeichner, Bühnenkostümzeichner; *2.5.1880 Bad Lauterberg – †1961 Wasserburg/Inn; 1899-1902 Studium an der Knirrschen Malschule in München; 1 Jahr an der ABK München bei »v.Stuck; in München tätig; 1908/09 in Paris; seit 1911 Mitglied der Luitpoldgruppe; Zeichner für die “Jugend”; 1943-52 lebte S. in Schlattan/Partenkirchen; Literatur: ThB, Vo, Jugend, Dr1930, IHK, Ruf2;

Schneidenbach, Brigitte (Schneidenbach-Berand); Mitglied der NMK;
“Die beiden in der Nähe von Murnau lebenden und arbeitenden Künstler Brigitte Schneidenbach-Berand und »Jan Buchmayer behandeln in ihren Bildern die Farbe als plastische Materie und erreichen damit reliefartige Wirkungen. Dabei verzichten sie auf bunte Farben und bedecken die Oberflächen ihrer Leinwände mit aus Sand und Kitt vermischter Farbmaterie, deren sanfte Modulationen aus stumpfen Braun-Grün-, Grau- und Ockertönen sowohl an feine Sandablagerungen in Bachbetten als auch an Oberflächen von Felswänden oder an alte verfallene Mauern erinnern. In diese haptischen Bildgründe gräbt nun Frau Schneidenbach-Berand streng aus vertikalen und horizontalen aufgebaute, symmetrisch angeordnete geographische Zeichen ein, die entfernt an Sakrales erinnern und im Betrachter den Eindruck meditativer Stille und Versenkung hervorrufen.” (GPT 1986, »R.Härtl);
Ausstellungen: Seit 1986, Murnau; 2001, Garmisch; Literatur: GPT 30.10.1986/ 3.12.1986, KB 2.2.2001;

Schneider, Alfons; Maler, Landschaften, Berge; *2.3.1886 Oberndorf/Neckar – †8.6.1961 Fürstenfeldbruck; er lebte seit 1918 in Fürstenfeldbruck; Studium an den Akademien Paris, Wien und München; viele Jahre unterhielt er ein Sommeratelier in Mittenwald;
“Es werden sich für in so flotter Technik gemalte Bilder, wie sie Schneider darstellt, gewiß viele Bewunderer und Liebhaber finden. Gerade solche die das ›Problemlose‹ lieben” (GPT);
Ausstellungen: München, “Große Deutsche Kunstausstellung”, August 1936 in Mittenwald; 1962 in Oberndorf Gedächtnisausstellung: “Obwohl seine künstlerische Skala Landschaft, Porträt, Blumenstück und Interieur umspannt, schuf er sich seinen klangvollen Namen in zahllosen Ausstellungen doch besonders als Landschaftsmaler. Und hier sind es wieder die Motive aus der majestätischen und erhabenen Welt des Hochgebirges ... die er im Wandel der Jahreszeiten ganz meisterlich zu gestalten verstand.” (aus dem Prospekt);
Literatur: Well, Grenzpost 22.8.1936, GPT August 1936;

Schneider, Herbert; Holzbildhauermeister, religiös und profan; *1929 Tübingen; Holzbildhauerlehre in Lenzkirch/Schwarzwald; Gesellenjahre in Villingen und München; seit 1953 in Oberammergau, ebenda Werkstatt, Moosgasse 7; Meisterprüfung in München; 1985-97, Oberammergau, Pilatushaus, Leiter der “lebenden Werkstatt”; Ausstellungen: 1985/2000, Oberammergau; Werk: Relief “Chronik 1900-2000” (Abbildung Lang); Veröffentlichung: Bayerisches Fernsehen 8.10.2000; Literatur: KB (Porträt), GPT 28.3.1985 (Porträt)/ 29.1.2001, Lang, Buchwieser2;

Schneider, Katharina; Goldschmiedin; Garmisch, Rießackerstraße 36; Literatur: A1953;

Schneider, Lucie; Malerin; Murnau, Kocheler Straße 51; Literatur: A1958;

Schneller, Angelika (*Braun); Holzbildhauerin, Faßmalerin; *3.10.1955 Oberammergau; ebenda, Dorfstraße 41a, tätig; 1971-74 Holzbildhauerlehre an der Schnitzschule Oberammergau mit Abschluß; 1974-76 Faßmaler- und Kirchenrestauratorlehre in Peiting bei H.Huber; 1976-85 eigene Werkstatt; seit 1985 verheiratet, 2 Kinder, Hausfrau, zeitweise Faßmalerin; Ausstellung: 2000, Oberammergau; Werke: “Hampelmänner” (Abbildung Lang); Literatur: Lang, Buchwieser2;

Schnür, Marie (Marc-Schnür); Malerin, Genre, Porträts, Stilleben; *19.2.1869 Gut Wegezin/Vorpommern; in Berlin und München, Theresienstraße 31 und Schellingstraße 33, tätig; Studium an der Schule des Vereins der Künstlerinnen Berlins bei Konrad Fehr und bei Wilhelm Dürr in München; 1905-08 ebenda Lehrerin an der Damen-Akademie des Künstlerinnen-Vereins; Freundschaft mit A.Jank (1906 Vater ihres Sohnes); Mal-Sommer 1906 bei Kochel (Gemälde von »F.Marc “Marie Schnür und »Maria Franck” oder “Zwei Frauen am Berg", Abbildungen bei Jüngling und Gollek1, im Nachlaß); 27.3.1907 Heirat mit F.Marc, 8.7.1908 Scheidung; 1907 war S. zur Erholung in Garmisch; Mitglied im RK und in der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst in München; Werke: Illustrationen für die “Jugend”; 1907-10 Schattenfiguren für die “Schwabinger Schattenspiele” in München, »Ainmillerstraße 32; Literatur: ThB, Dr1930, Jüngling (Porträts), Pe, Gollek1; Mg: M.Sch.;

Schönauer, Albert; Bildhauer, vorwiegend Holz, Maler; *5.5.1961 Garmisch-Partenkirchen; ebenda tätig, seit 1990 Atelier in Rott/Lech, Schäfflerweg 1; 1976-80 Lehre an der Schnitzschule Partenkirchen; 1979 Studienreise in die USA und nach Kanada, 1982 nach Tunesien; 1980-84 tätig: Formenbau, Keramikwerkstätten, Steinmetz, Steinrestaurierung, SWF Baden-Baden; 1984-89 Studium an der Kunstakademie Karlsruhe bei Hiromi Akiyama; Dezember 1987 Studienreise nach Ägypten; seit 1990 freiberuflich als Bildhauer und Möbelrestaurator tätig; Mitglied in “Der Kreis”;
“Eine Entdeckung sind dabei die Holzplastiken von Albert Schönauer: Sie übersetzen biomorphe Naturformen in plastische Gebilde, in denen sich die Volumen mantelartig um Hohlräume legen. Naturnahe bleibt der noch sehr junge Bildhauer auch in einer Stele mit dem Titel ›Erzielte Einigung‹. In der künstlerisch überzeugenden Arbeit gelingt es dem Bildhauer, die Verletzung des Materials Holz durch den Eingriff des Menschen sichtbar zu machen und zu gestalten.” (GPT 1982, »R.Härtl);
“Ein begabter, aber noch heftig experimentierender Nachwuchsbildhauer begegnet einem in Albert Schönauer. Ob er die Gestalt des Menschen kubisch zerlegt (›Doppelkörper‹), expressiv verformt (›ohne Titel‹) oder Exotisches in plastische Form überträgt (›African head‹), immer sind seine Arbeiten handwerklich gekonnt und gestalterisch interessant.” (GPT 1987, »R.Härtl);
Ausstellungen: Seit 1981 in Garmisch; 1983 und 1986 Symposium Saig/Schwarzwald; Augsburg, Baden-Baden, Bonn, Gaggenau/Baden, Hamburg, Irsee, Karlsruhe, Köln, Lichtenfels, München, Oberdießen; 2000, Murnauer Skulpturentage (Katalog), Oberammergau, Schongau, Tegernsee; 1989, Burgrain ausgestellte Werke: “Turner”, “Entfaltung”, “Vogel” und “Doppelkörper II”; Literatur: KBG, Burgrain, GPT 18.1.1982/ 20.6.1984/ 1987/ 27.9.2000, Berufsverband (Porträt);

Schönberg, Arnold (Prof.); Komponist, Maler; *13.9.1874 Wien – †13.7.1951 Los Angeles; lebte zeitweise in Sindelsdorf bei »Maria und »Franz Marc; im Sommer 1914 zu Besuch bei den Marcs in Ried/Benediktbeuern; mit seiner Familie im Feriendomizil Murnau: “Er verbrachte 1914 einen Monat hier (»Seidlstraße 6, heute Ostermannweg 2). Der Briefwechsel zwischen »Kandinsky und Schönberg enthält zahlreiche Hinweise auf die Planung dieses Aufenthalts, bei dem Schönberg auch sein Klavier mitbrachte.” (Hruschka3, Dr.M.Hruschka und T.Köthe);
“... Schöpfer des Zwölftonsystems, einer der bedeutendsten und einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. ... Als Jude wurde Schönberg 1933 aus seiner Berliner Professur entlassen; er emigrierte über Paris 1934 in die USA.” (Encarta);
Ausstellungen: München, mit dem »”Blauen Reiter”; Werke, Gemälde: München, Städtische Galerie im Lenbachhaus; Literatur: Schweers, Gorenflo, Gollek1, Encarta, Jüngling, Antonowa (Abbildung), Hruschka3; Jelena Hahl-Koch, W.Kandinsky und A.Schönberg, Der Briefwechsel, Stuttgart, 1983 und 1993; J.Jung, Herausgeber, Die Grossen Österreicher, Arnold Schönberg von O.M.Zykan, Salzburg und Wien, 1985;

Schönberg, Tanja; informelle Kompositionen und Collagen, Aquarellistin, Acrylbilder, Bildhauerin; *1940 Berlin; lebt und arbeitet in Schwaighofen bei Königsdorf; 1957-59 Studium an der Fachhochschule für Photographie Berlin; seit 1959 freiberuflich als Film- und Theaterphotographin tätig; seit 1974 künstlerische Ausbildung bei Trautbert Erbe, Berlin (Malerei), Hans Stein, Berlin (Aktzeichnen, Porträt), Hans-Joachim Dunkel, Berlin (Bildhauerei), Jobst Tillmann, Frankreich (Malerei); seit 1998 Mitglied im KBG; Mitglied im BBK, in der NMK und im Kulturverein Berg; Ausstellungen: Bad Wiessee, Beilstein/Stuttgart, Kloster Benediktbeuern, Berlin, Garmisch, Innsbruck, Irschenhausen/Icking, Lenggries, München, Münsing, Murnau, Otterfing, Tegernsee, Wildsteig; Israel, Ägypten; Literatur: GPT 7.8.1997/ 5.4.2000/ 2.11.2002 (Porträt, Abbildung), KBG, KB 2.2.2001;

Schöndorf, Patricia; Schneiderin; *1962; in Garmisch-Partenkirchen tätig; 2001, Garmisch-Partenkirchen, Kostümbildnerin für den Theatersommer; Literatur: GPT 25.8.2001 (Porträt);

Schönecker, Toni (Anton); Maler, Freskant, Aquarellist, Zeichner, Illustrator, Radierer, Lithograph, Holzschneider, Photograph, Bildhauer; *1.11.1893 Falkenau/Eger – †2.11.1979 Wangen/Allgäu; 3 Jahre Photographenlehre in Falkenau, dann an der Photographischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und nach Gesellen-Wanderschaft beim Hofphotographen Grainer in München tätig; 1919-23 Studium an der ABK München bei »H.Groeber; seit 1919 Illustrator für den Bergverlag Rother und andere Verlage; ab 1924 in Falkenau; S. kam 1946 nach Partenkirchen, war 1949-51 in Klais, Elmauer Weg 18 und ab 1951 in Wangen tätig;
“Für seine Verdienste um die Kunst am Bau als auch für die Illustrationen in Anthologien, Egerlandbüchern und Lexika hat er u.a. das Bundesehrenzeichen der Egerländer Gmoin und den Nordgau-Kulturpreis (1962) erhalten.” (Argen-Rundschau);
Ausstellung: 1993, Schwandorf; Werke: Schwandorf, Falkenauer Heimatmuseum;
Klais: 1967, Bahnhofstraße 25, Sgraffito “Monasteria”; 1970, Bahnhofstraße 2, Sgraffito “Sonnenuhr”; 1972, Bahnhofstraße 27, Schützenhaus, Fresko “Schusswaffen”; Bahnhof “Panorama”;
1958, Untersulmetingen, Deckengemälde “Mariens Himmelfahrt”; 1950, Wangen, Sgraffito am Ravensburger Turm und viele weitere Fresken; Literatur: Robert Lindenbaum, Der Maler T.S., in “Deutsche Heimat”, Plan, 1931; Josef Weitzer, T.S., in “Der Egerländer”, Marktredwitz, 1968; Festschrift zum 18. Bundestreffen der Falkenauer, Schwabach, 1993 (Porträts und viele Abbildungen); Mittelbayerische Zeitung 20.9.1993, Argen-Rundschau 30.10.1993 (Porträt), A1953;

Schönheit, Bertheide; Photographin, Porträts; Partenkirchen, Mittenwalder Straße 4, “Foto Beckert”;

Schönheit, Peter; Photographenmeister, Porträts; *12.6.1939 Wilhelmshaven; 1955-57 Photographenlehre an der Fachschule Lettehaus in Berlin; 1961 Meisterprüfung in München; seit 1993 in Partenkirchen, Mittenwalder Straße 4, “Foto Beckert”, tätig;

Schöpf, Anton; Bundesbahnbeamter i.R., Maler, Landschaften, Werdenfelser Land, Krippenhintergründe, Autodidakt; *27.1.1930 Oberau; seit 1965 als Maler tätig; seit 1980 Mitglied der Werdenfelser Krippenfreunde; Werke: Oberau, Krippenmuseum; Gemälde nach altem Original von 1865 “Loisachbrücke bei Oberau” (Abbildung Goldenes3); Garmisch, Altenheim “Refugium”; Literatur: GPT um 1992, Rehm, Goldenes3, DBK/277 (Abbildung);

Schöpf, Josef; Maler und Freskant; *2.2.1745 Telfs/Tirol – †15.9.1822 Innsbruck; ebenda 1756-58 Schüler von Haller; bis 1765 in Wien, Passau und Salzburg tätig; 1768-73 Gehilfe von »Martin Knoller; 1775-82 mit kaiserlichem Stipendium in Rom; dann wegen Krankheit wieder in Innsbruck;
“S. nach Knoller der bedeutendste tirol. Spätmeister des kirchl. Freskos, ist durch seine lange röm. Schulung stärker als Knoller von klassizist. Einflüssen bestimmt, hält aber in Komposition u. Kolorismus das malerische Erbe des Rokoko lange fest; erst in seinen Spätwerken wird er ärmlich u. eintönig.” (ThB, H.Hammer);
Werk: 1769, Ettal, Basilika, Mitarbeiter Martin Knollers beim Deckenbild der Chorkuppel; Literatur: ThB, Koch1/2;

Schoonderbeek, Hedda (Henriette, *Kaulbach, -Stadler); Bildhauerin, Malerin, Cellistin; *6.2.1900 – †14.12.1992 Ohlstadt; Tochter von »F.A.v.Kaulbach; lebte um 1930 in München, Kaulbachstraße 15 und lange in Ohlstadt;
“Hedda war zunächst mit dem Bildhauer Toni Stadler verheiratet, nach ihrer Scheidung heiratete sie 1945 in zweiter Ehe den holländischen Organisten Valentyn Schoonderbeek. Mit dessem frühen Tod 1954 kehrte Hedda nach Ohlstadt zurück und bewohnte ein Haus in der Nähe der Kaulbach-Villa und betreute bis zu ihrem Lebensende den künstlerischen Nachlaß ihres Vaters. ... Ihr ist es zu verdanken, daß sowohl der große Bestand an Gemälden und Zeichnungen als auch der Zustand des Ateliers und dessen Einrichtung für die Nachwelt erhalten blieb.” (Pophanken);
Werke: Relief “Mädchenkopf” (Ohlstadt, Kaulbach-Villa, hier weitere Werke); Literatur: Dr1930, GPT 10.7.1992, Rinser, Scheibmayr2, Pophanken;

Schott, Gertrud Cornelia (*Heldt, “Conny”); Bildhauerin, Malerin, Blumen, Landschaften, Porträts; *23.5.1919 München – †18.4.2001 Garmisch-Partenkirchen; in Miesbach aufgewachsen; Kindergärtnerin; Studium an der ABK München; 1944 Heirat mit »H.Schott; erste Werkstatt in Miesbach; nach dem Krieg zum Broterwerb Näherin in einer Fabrik; Aufgabe der Bildhauerei; lebte seit 1949 in Garmisch-Partenkirchen; Mitglied des »Kunst Seminars Werdenfels;
“Sie hatte Bildhauerin werden wollen, doch gingen ihr, durch die Not der Zeit, fast vier Jahrzehnte lang Pflichten als Hausfrau und Mutter vor, bis Hunger nach Farbe und Licht sie zur Malerei führten. So entstanden, unter Schulung bei Frau »Burges, farbstarke Landschaften, Porträts und Stilleben, die Freude an der Natur und Leben ausstrahlen.” (GPT Ende November 1986, »R.Härtl);
“Ihre Bilder, von Licht und Farbe geprägt, strahlen Lebensfreude und eine südliche Heiterkeit aus.” (KB 1986, »Walter Glas);
“Uneigennützig half sie in vielen Fällen, sogar bis zu einer Lebensrettung. Auch als liebende Gattin und Mutter stets opferbereit, betreute sie aber auch Schwerkranke bis zu deren Ende. Manche werden sich meiner Frau, aber auch als einer profilierten Kunstmalerin achtungsvoll erinnern.” (GPT, 18.4.2002, Nachruf von H.Schott);
Gemeinschaftsausstellungen: 1986, Murnau; 1986, Garmisch, mit ihrem Mann; Literatur: Schott1, KB 26.11.1986 (Porträt), GPT 12.11.1986 (Porträt)/ Ende November 1986/ 29.6.1996/ 18.4.2002 (Porträts);

Schott, Heinrich; Bildhauer, Porträts, Figuren, Denkmäler, Holz, Stein, Kunststein, Keramik, Bronze, Maler, Zeichner, Photograph und Redakteur; *29.6.1916 Berlin; nach 1945 erste Werkstatt in Miesbach; seit 1949 in Garmisch-Partenkirchen, »Zoeppritzstraße 24, tätig, Atelier im Skistadion; 1935 Abitur in Darmstadt, Arbeitsdienst, Steinmetzlehrgang, Architekturstudium in Darmstadt, bildhauerische Unterweisung durch Prof. H.Geibel; seit 1937 Studium an der ABK München, Meisterschüler bei B.Bleeker; seit 1939 Wehr- und Kriegsdienst, 1943 Studienurlaub in München; Ateliers im Krieg zerstört; seit 1946 freiberuflich als Bildhauer tätig, zeitweise eigene Keramik-Werkstatt; nach 1949 viele Studienreisen; 1949-79 Redakteur beim GPT, 13 Jahre Redaktionsleiter; 1986, Plakette “Garmisch-Partenkirchen” in Gold; Bundesverdienstkreuz;
“Nach klassizistischen Anfängen ließ das verstörende Kriegserlebnis seine Kunstformen kantig und verkrampft werden. ... Ab den 60er Jahren suchte Schott ›nach der Urgestalt des Menschen‹ und vereinfachte seine Figuren radikal. ... In neuerer Zeit erforschte er menschliche Gestalten unter dem Einfluß der Schwerkraft. Daneben wollen seine Gemälde ›ein würdevolles Bild des Menschen (auf der Grundlage der altgriechischen Klassik) bewahren‹.” (GPT 2.7.1996, G.Bruner);
“Im Mittelpunkt des Schaffens von Heinrich Schott stand und steht immer der Mensch in seiner Gestalthaftigkeit. Seine reifsten Arbeiten führen das Abbild auf sein Urbild zurück. In der Gesetzmäßigkeit ihrer Form bleibt die Gestalt des Menschen für ihn die höchste Offenbarung der Schönheit, etwas ›Ungeheures‹, wie er selbst in einem Gespräch äußerte. Heinrich Schott ist ein Humanist in des Wortes wahrster Bedeutung.” (
Schott1, »R.Härtl);
“Er modelliert und haut seine 80 Jahre Lebenserfahrung in Gips, Stein und Holz.” (GPT 29.6.1996);
“Der schöpferische Antrieb, Kunst zu machen, bleibt ein Rätsel. Und ebenso rätselhaft, was eigentlich ›Schönheit‹ sei. Für mich waren der schöpferische Akt und die Suche nach dem Schönen stets die treibende Kraft bei künstlerischer Arbeit.” (
Schott1);
Mitglied in “Der Kreis” und im BBK; 1996 Verleihung der Kulturplakette der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen;
Ausstellungen: Darmstadt, 1997 Frankfurt/M., Garmisch, Hannover, München, Stuttgart, 1943 Wien; 1996, Partenkirchen, Galerie Jaud;
Werke, Lebensgroße Figuren: Daphne, Rosenkavalier, Salome und Zarathustra (Vermächtnis für die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen, Abbildung GPT 12.6.1995); Garmisch, Kurpark am Teich “Die Träumende”; 1959, Bronze “Christus-Darsteller Anton Preisinger”; weitere Werke in öffentlichem Besitz: Duisburg, Emden, Heppenheim, Köln, München, Rosenheim, Tutzing, Überlingen; 1981 umfaßte das Werk etwa 500 Skulpturen und rund 1000 Zeichnungen; Buch: H.S., Die Zugspitze, Gipfel der Technik, Triumphe und Tragödien, München, 1987;
Literatur: Schott1, Junge (Abbildung), GPT 27.3.1980 (Abbildung)/ 26.10.1983 (Abbildung)/ 12.10.1983 (6 Abbildungen)/ 4.1.1986 (Abbildung)/ 28.6.1986 (Porträt)/ 12.11.1986 (Porträt)/ 12.6.1995/ 25.6.1996 (Abbildung) /29.6./2.7.1996 (Porträts)/ 24.5.1997 (Porträt, Abbildung), Berufsverband (Porträt), KB 26.11.1986 (Porträt), Adam/Jocher (Abbildungen);

Schott-Sander, Inge (Ingeborg Schott); Malerin, Graphikerin, Bildhauerin, Aquarellistin, Gebrauchsgraphikerin, Landschaften, Akte, Kinderporträts, Tonplastiken; *3.2.1912 Oppeln – †20.10.2001 Partenkirchen; Studium an der Akademie Dresden; Mitglied im »Werdenfelser Künstlerbund; seit 1957 Studienreisen nach Ischia;
“Mit flotter, das Wesentliche des Motivs knapp und präzise erfassender Handschrift überzeugen auch die Federskizzen und Aquarelle ... die Erinnerungen an südliche Landschaften festhalten.” (GPT, »R.Härtl);
Ausstellungen: 1972, München; 1976, Garmisch, Kurpark, Skulpturen; Ischia; Literatur: GPT 8.6.1976;

Schrallhammer, Johann; Kunstschlossermeister, Bildhauer; *23.7.1908 – †16.6.1976 Partenkirchen; Mitglied in “Der Kreis”;
“Mit seinen aus Eisenblechen, Nägeln und Drähten gearbeiteten Objekten, versucht er ein kompliziertes symbolisches Programm zu realisieren. ... Schrallhammer will z.B. das Verhältnis des Menschen zum Glauben durch das Symbol des ›Kreuzes‹ als Martyrium versinnbildlichen, während der ›Geiger‹ durch eine völlige Verschmelzung von Spieler und Instrument den geistigen Eros des Musikers zu seiner Kunst symbolisiert.” (GPT 16.7.1975, »R.Härtl);
Ausstellungen: Seit 1975, Garmisch;
Werk: Partenkirchen, Gamsangerweg, Realschule “Säule mit geschmiedetem Wetterhahn” (Architekt »E.Steinert): “Die Plastik wurde von dem ortsansässigen Kunstschmied Johann Schrallhammer geschaffen, dessen eigenwillige Gestaltungskraft schon mehrfach Aufsehen erregte.” (GPT, »R.Härtl, Abbildung);
Literatur: GPT 16.7.1975 (Abbildung);

Schrammberger, Hildegard; Malerin, Blumen; *1950 Ruhrgebiet; Ausstellungen: Garmisch, Galerie Pritschow; Literatur: Sudholt (Abbildung);

Schramm-Zittau, Rudolf (Max, Prof.); Maler, Landschaften, Tiere; *1.3.1874 Zittau – †4.6.1950 Ehrwald; in München tätig; Studium an den ABK Dresden, Karlsruhe und München (v.Zügel); Mitglied im RK und der Münchener Secession; Literatur: ThB, Vo, Dr1930, Heise (Abbildung), Schweers, Pe, Ne 16.5.2002 (Abbildung);

Schranz, Josef (Joschi); Holzschnitzer, Zirbelkiefer, Holzmasken, Figuren, Spruchtafeln (Autodidakt) und Bahnhofswirt; * um den 17.5.1899 Bernstein/Burgenland – †27.4.1986 Garmisch (Grab in Murnau); in Wien Bäckerlehre, seit 1921 in Bernstein eigene Bäckerei, 1924 Innungsmeister und Gewerbevorsteher; in München 1934 bei einer Baufirma beschäftigt, dann leitend in einer Großbäckerei; 1935 Direktor des Hotels “Wetterstein” in Mittenwald, 1936 Direktor des Seehotels Leoni am Starnberger See; seit 1.10.1937/38 in Mittenwald Bahnhofswirt; 1943 ebenda Heirat; 1945-47 in Gefangenschaft; hier Beginn seiner Schnitztätigkeit; seit November 1949 in Murnau, Bahnhofplatz 1 “Der schnitzende Bahnhofswirt” (jetzt Tochter Carola Schranz-Kammerlocher, Telephon 0 88 41/ 51 50); S. führte seine Masken auch in Altersheimen und Krankenhäusern vor;
“Wir sahen eines Tages Josef Schranz in seinem ureigensten Metier, bei jener Arbeit, die wohl zum entscheidenden Lebensinhalt dieses so vielseitigen und außergewöhnlichen Menschen wurde, wir entdeckten ihn schnitzend in seinem Murnauer Bahnhofskiosk. Da wirkte er inmitten seiner ausgestellten Holzarbeiten gelöst und ruhig, emsig freilich auch hier, aber mit jener Gewissenhaftigkeit und fast bedächtigen Konzentration, wie sie nur jenem zu eigen ist, der eine genaue Vorstellung von dem hat, was er zu schaffen gewillt ist. Und wir sahen zum ersten Mal jene für ihn so typischen Handbewegungen: behutsam über das rohe Holz streichend, es gleichsam liebkosend, um es dann mit seinen kräftigen Händen unter Zuhilfenahme der vielfältigsten Instrumente und Werkzeuge auf schier wunderbare Weise zu verwandeln. ... Bei allen seinen Arbeiten ist fast immer eine verschmitzte Heiterkeit vorherrschend, die aber auf keinen Fall verletzen will. Es ist wohltuend, daß der Schranz`sche ›Spaß in Holz‹ und seine dazugehörige Wortinterpretation nie auf Kosten anderer geht; auch Personen aus Geschichte und Zeitgeschichte, deren Lebenswandel und Lebensinhalt nicht unbedingt sympathisierende Anteilnahme erwarten lassen, sind mit geradezu liebevoller Sorgfalt aus dem Holz herausgearbeitet, in ihren Zügen sind mit psychologischem Einfühlungsvermögen die Gründe und Hintergründe ihres Soseins erforscht und ausgedrückt.” (Radke);
Ausstellungen: 1966, München, Oberpollinger; 1968, München, Krauss-Maffei; 1974, Bernstein; 1981, Essen “Holzköpfe im Rathaus”;
Werke: Murnau, Bahnhofsgaststätte (Führung mit der Tochter von S.): “Drei Warteräume sind ein wahres Schnitzkunst-Museum. ... Schon in der ersten Stube ein gewaltiger raumbeherrschender Lüster; zweieinhalb Meter lang, fünf Zentner schwer. Zwei je ein Meter lange Drachen flankieren das Bierfaß mit dem stabbewehrten, biedermeierlichen Gambrinus, der in der Gesellschaft der Murnauer Wappentiere bekundet, daß er die ortsgebundene Bierseligkeit verkörpert. ... Aber auch drüben, im Nebenstüberl, ist solch ein kunstvolles Monstrum. Es wiegt zwei Zentner und stellt das erste, also authentische bayerische Staatswappen dar. ... Figuren aller Art beleben die Stube: ein Liebespaar, ein Dudelsackpfeifer, ein resches Dirndl. Das Kruzifix im romanischen Stil blickt ernst aus dem Winkel. An den Wänden hängen groteske Masken. Kleinodien traditioneller Bauernkunst, derb charaktervoll mimische Ausdrucksstudien bester Art – eine Kunst für sich, die sich sehen lassen kann.” (Acht-Uhr-Blatt); 1971, Murnau, Kellerstraße 1 “Murnauer Drachen” Schild für das Drachenstüberl; Veröffentlichung: ARD Fernsehen 1965, BR 31.1.67, ZDF;
Literatur: Blath (Porträt), A1939/58/73, GPT 18.1.1951/ 15.5.1979, Acht-Uhr-Blatt 11.5.1957, Augsburger Allgemeine 24.1.1963, Stars and Stripes 1963, Westdeutsche Allgemeine Zeitung 8.8.1981, Radke (viele Porträts), Hofer, Hruschka3; www;

Schraudolph, Robert; Maler, Aquarellist, Freskant, Landschaften, Berge, Figuren, Porträts; *1.8.1887 – †18.3.1978 Sonthofen; seit 1900 Lehre als Dekorationsmaler; dann im Winter an der Städtischen Gewerbeschule München; 1907-11 war S. in Partenkirchen bei einem Dekorationsmaler angestellt;
“Damals ging ihm – wie er berichtet – ›das Auge für die Schönheit der Alpenwelt erst richtig auf‹. Ein älterer Kollege, »Gustav Adolf Horst, soll ihm bei der Durchsicht seiner Skizzenbücher empfohlen haben, sich um die Aufnahmeprüfung an der Münchner Akademie der Bildenden Künste zu bewerben.” (BMM, Sonja Baranow);
1911 Studium an der ABK München bei G.v.Hackl und nach dem Ersten Weltkrieg bei C.v.Marr; Mitglied der MKG, im Kunstverein und im RK; Ausstellungen: Seit 1917 im Münchner Glaspalast, 1921, 1922 und 1934 im Kunstverein, 1937 in der Neuen Pinakothek, in Salzburg, Mühlhausen und Danzig, 1987 in Sonthofen Gedächtnisausstellung; Werke: “Der Eibsee im Frühling” (München, Städtische Galerie im Lenbachhaus); “Rießersee”; Literatur: ThB, Vo, Bénézit, BMM, Dr1930, IHK, Reitmeier, Schweers;

Schreiber, Elisabeth (Lisl, *Eitzenberger); Schaufenstergestalterin, Dekorateurin, Krippenausstatterin, textile Bekleidung; *9.7.1941; in Partenkirchen, Römerstraße, tätig; Werk: Um 1990, Bekleidung der Krippe von »Alois Höger in Buchendorf (Abbildung Nagel Franz); Literatur: Rehm, Nagel Franz, DBK/277 (Abbildungen), forcheida November 1998 (Abbildungen);

Schrenk, Luise von; Malerin, Blumen; Partenkirchen, Gsteigstraße 10; Literatur: A1937/39;

Schreyögg, Georg (Prof.); Bildhauer, Zeichner, Aquarellist; *13.8.1870 Aitrang (ThB und Dr1930: Mittenwald) – †7.6.1934 Karlsruhe (Grab mit Bronzefigur in Mittenwald, Nikolausfriedhof); lebte in Mittenwald am Oberen Rain; Vater von »Jörg S.; Studium an der Schnitzschule Partenkirchen bei »Anton Kiendl und an der ABK München bei »A.v.Hildebrand und »W.v.Rümann (Meisterklasse); 1909 Prof. an der Landeskunstschule Karlsruhe; Werke: Ettal, “Kriegerdenkmal”; Garmisch, Friedhof, Bronze “Porträtbüste” (Voelk);
Mittenwald: Pfarrkirche St. Peter und Paul, Kreuzwegstation, Relief, Prinzregent-Luitpold Denkmal, Mariensäule; Friedhof, 1899: Porträt-Bronzerelief “Joh. Reiter”; Marmorrelief (Schreyögg); Literatur: ThB, Jansa, Dr1930, Gschwendtner, Scheibmayr2, Heyelmann, Wü1, GPT 25.6.1968, Ostler1, Werdenfelser Heimatmuseum, Adam/Jocher;

Schreyögg, Jörg (Georg); Maler, Aquarellist, Graphiker, Landschaften, Stilleben; *5.4.1914 Karlsruhe – †7.10.1997; viele Jahre in Mittenwald, Am oberen Rain 1, tätig; lebte seit 1970 in Seebruck/Chiemsee, Am Anger 12; Studium der Malerei und Graphik in Karlsruhe, Wuppertal und München bei Babberger, Ehmcke, »Hillerbrand, Hubbuch, Schnarrenberger und Würtenberger; 10 Jahre Dozent an der VHS und Leiter von Malkursen; Mitglied der MKG;
“Er ist ein Meister der Landschaftszeichnung und des Aquarells, gleich ob er nun eine Föhnstimmung am Chiemsee, oder eine Flaute am Ammersee mit leichtem Pinsel erfaßt; als Zeichner gelingen ihm Impressionen aus dem mittelalterlichen Tessin nicht weniger eindringlich als das Bergpanorama von Mittenwald. Es ist dies eine Art von Landschaftserfassung, die bei aller scheinbaren Leichtigkeit des Niederschreibens eine entschiedene Hand spüren läßt.” (Schindler);
“Jedes Bild wird für ihn Gegenstand neuen Sehens, denn es liegt ihm nichts daran, eine oberflächliche Idylle, wie wir sie von Tausenden von Postkarten her kennen, zu reproduzieren. Vielmehr können wir als Betrachter Schreyöggs Arbeiten wahrnehmen, daß hier ein wirklich Schauender am Werk ist, der es versteht, mit größtmöglicher Einfachheit die Stimmung einer Landschaft in Malerei umzusetzen.” (J.Bader);
Ausstellungen: München, Haus der Kunst; 1992, Mittenwald; 1994, München, Bayer. Landesbank, Retrospektive; 1994, Seebruck; Werke: Mittenwald, Volksschule, Wandgemälde “Rottstraße”; Siebdruck Am Mühlbach” (MGP); Gemälde “Gries bei Mittenwald”, “Mittenwald Obermarkt” und “Laintal bei Mittenwald” (Retrospektive); Literatur: A1953, Ne 16.5.2002 (Abbildung); Judith Bader, J. Schreyögg 80 Jahre, ohne Ort, 1994 (Prospekt mit Porträt); H.Schindler, Reisen in Oberbayern, München, um 1993; “Chiemgau Landschaften”, Kalender, Seebruck, 1993/94 (Porträt);

Schreyögg, Traudel; Malerin; Mittenwald; “Sie schöpft aus dem Vollbesitz einer durch Pariser Eindrücke vertieften Malkultur. Sie besitzt ein feines Empfinden für den Schwebezustand der Farbe, für die Nuance in der Farbwahl und für den psychologischen Ausdruck des Farbwertes. Sie beherrscht die Kunst der leisen Töne. Oft deutet sie nur an, um dadurch mehr zu offenbaren, als jede minuziöse Detailarbeit es je vermöchte.” (Hochlandbote, Dezember 1948);

Schrimpf, Georg (Prof.); Maler, Zeichner, Graphiker, Figuren, Landschaften, Autodidakt (Neue Sachlichkeit); *13.2.1889 München – †19.4.1938 Berlin; arbeitete als Zuckerbäcker; bildete sich selbst zum Maler; Mitglied der Berliner und der Neuen Münchener Secession, im RK und im Deutschen Künstlerbund Weimar; 1926-33 Lehrer für gewerbliche Malerei an der Gewerbeschule München; 1933-37 Prof. an der Staatlichen Kunstschule in Berlin-Schöneberg, von den Nazis entlassen; 1937 wurden in München bei der Ausstellung “Entartete Kunst” Bilder von ihm angeprangert; 33 Werke wurden von den Nazis aus deutschen öffentlichen Sammlungen entfernt;
“Einer der Hauptvertreter der Neuen Sachlichkeit unter bemerkenswerter Abwandlung derselben aus dem Nüchtern-Registrierenden in das Poetisch-Idyllische.” (ThB);
Werke: In vielen Museen; 1925, Lithographie “Seehausen am Staffelsee” (Hamburg Kunsthalle, Abbildung Hanfstaengl, Werk im Antiquariat Benkert, Partenkirchen); Lithographie “Murnauer Landschaft"; “Voralpenlandschaft” (Leipzig, Museum); Literatur: ThB, Vo, Pelka (Abbildung), Entartete Kunst, Schuster1 (Abbildung), BMM, Dr1930, Schloßmuseum2, WK 13/1976, Heck, Hanfstaengl, Breuer (Selbstbildnis), Broszat, Wichmann1, Schweers, Antonowa (Abbildung), Zoller2; W.Storch, G.Schrimpf und Maria Uhden, Leben und Werk, Berlin, 1985;

Schröder-Kaiser, Petra (Dipl.-Ing. Univ.); Architektin; Grainau, Griesenerstraße 13; Mitglied des Wessobrunner Kreises; Literatur: Architektenliste;

Schröfele, Willy; Bäcker, Hinterglasmaler; *31.1.1924 – †23.9.1998 Murnau; in den 1930er Jahren Schüler von »Rambold; Literatur: Dütsch3; freundliche Auskunft von Frau Dütsch;

Schubert, Ernst; Bildhauer, Maler, Stilleben; *5.1.1899 Iserlohn – † August 1988 Untergrainau (während der Arbeit an der Staffelei); um 1930 in München, Albrechtstraße 31, seit 1950 in Grainau, Kramergasse 2, tätig; Schüler von Hans Hofmann; als Bergarbeiter in Penzberg, dann als Fabrikarbeiter tätig; Mitglied in “Der Kreis” im KBG und im RK;
“Ernst Schuberts abstrahierte Figurenbilder bemühen sich in frisch-fröhlicher Unbekümmertheit wenig um stilistische oder formale Probleme; ebenso unbeschwert strahlen die bunten Farben und demonstrieren, was die beiden Arbeiten letztlich sein wollen: witzige und gelungene Faschingsscherze (›Häschen auf der Himmelswiese‹).” (GPT 1977, »R.Härtl);
“Während seiner letzten Lebensjahre gestaltete
Schubert mit wachsender Vorliebe auch religiöse Themen, wobei ihn vor allem das erste Menschenpaar Adam und Eva stellvertretend für die Beziehung zwischen Mann und Frau, sowie das ungleiche Brüderpaar Kain und Abel faszinierte. Individuelle charakterliche Veranlagung und schöpferisches Werk bildeten bei Ernst Schubert eine nahtlose Einheit. Er malte sich stets selbst in seiner bis ins hohe Alter ungebrochenen Vitalität, der Neigung zu skurriler Phantastik und einer naiven, beinahe schon kindlich zu nennenden Freude am Dasein.” (GPT 1988, »R.Härtl);
Ausstellungen: Seit 1968, Garmisch; 1989,
Ehrenausstellung, Garmisch-Partenkirchen; Literatur: Dr1930, KBG, A1953, GPT 27.6.1977/ 2.2.1984/ 12.8.1985/ 10.6.1989;

Schüpferling, Jürgen; Maler, Zeichner, Porträts, Geschäftsführer, Skilehrer; *28.6.1949 Fürth; 1968 zwei Semester Studium an der Akademie Nürnberg; seit 1992 in Partenkirchen tätig;

“Schützenalisi”; Bildhauer; im 19. Jahrhundert in Garmisch-Partenkirchen tätig; Literatur: Wü1;

Schütz-Wolff, Johanna (*Wolff); Malerin, Holzschneiderin, Lithographin, Bildteppich-Entwurfzeichnerin, Teppichweberin; *10.7.1896 Halle/Saale – †1965 Söcking; lebte ebenda seit 1955, Prinz-Carl-Straße 20; 1915-18 Studium an der Kunstschule Halle/Giebichenstein bei Paul Thiersch und 1918-19 an der Akademie für angewandte Kunst München bei F.H.Ehmcke; auch in Hamburg (in den 1930er Jahren), München und um 1929 in Schwabendorf/Rauschenberg/Hessen tätig; Freundschaft mit »M.Marc und 1920 neun Monate erster Aufenthalt bei ihr in Ried/Benediktbeuern; 1920/25 und ab Oktober 1930 in Halle/Saale an der Kunstschule in der Textilwerkstatt Leitung einer Textilklasse (heute Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein); Studienreisen 1928 nach Ägypten und 1937 nach Italien;
“Johanna Schütz-Wolff schuf in den Kriegsjahren 1941/42 den Gobelin Ried: Kühe und Mädchen sind darauf zu sehen. Er ist ihre erste Arbeit, für die sie die Wolle mit Pflanzen-, statt mit Anilinfarben behandelte, Maria Marcs Anregungen folgend. 1941 war die Weberin mit ihrer Tochter erneut nach Oberbayern gekommen, geflohen aus dem von Bombenangriffen ständig bedrohten und schon stark zerstörten Hamburg in die abgelegene Gegend, wo in den ländlichen Gärten längst Blumen durch Gemüse ersetzt worden waren und mit Obstgärten und Viehweiden Überlebenschancen vergrößerten. Mit Ausnahme von zwei Jahren in Bad Tölz lebte und arbeitete sie bis Kriegsende in Ried, wo sie zwei Zimmer in einem Bauernhaus gemietet hatte.” (Jüngling);
“Arbeitet ihre Webteppiche ohne Zuhilfenahme eines farbigen Kartons u. färbt den Faden während des Webens. Ihre figürl. Gobelins surrealistisch (Männerakt, Mädchenkopf, Singende Frauen, Mädchen mit jungem Rind usw.). ... Als Graph. hauptsächl. Farbholzschnitte von 2 Platten (Wachsamer Vogel, Hockende, Tanzende Paare).” (Vo);
Mitglied im BBK; Ausstellungen in Museen: 1931, Essen, Museum Folkwang; Bielefeld, Darmstadt, Düren, Hamburg, Hannover (1951/53/55/57/59 Kestner-Gesellschaft), Heidelberg, Lübeck, Wuppertal, London (1954/55 Victoria and Albert Museum); Werke: Wandteppich “Die Angst der Welt” (Berlin, Nationalgalerie und/oder im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg);
Hamburger Kunsthalle, Essen Museum Folkwang, Bielefeld, Mannheimer Kunsthalle, Lübeck, Belgrad; Literatur: Schütz-Wolff, Die Kunst 1953, Dr1930, Vo, Kürschner, Schweers, Pe, Gorenflo, Jüngling (Porträt), WVZ; Mg: S.W.;

Schuhmacher, Uta; Bildweberin; *1967 Spaichingen; in Oberammergau, »Ludwig-Lang-Straße 3, tätig; 1986-89 Studium an der Berufsfachschule für Weberei und Webgestaltung in Sindelfingen; 1993 Meisterprüfung im Weberhandwerk; seit 1996 in Oberammergau; Ausstellungen: Garmisch, Murnau, Spaichingen; 2000, Oberammergau; Werk: 1998 “Zebras” (Abbildung Lang); Literatur: Lang, Buchwieser2;

Schulenburg, Ursula von der (Benedikte Gabriele, Gräfin a.d.H. Bodendorf); Bildhauerin, Keramikerin, Figuren, Porträts, Denkmäler, Zeichnerin, Aquarellistin; *5.4.1915 Magdeburg – †14.1.2000 Partenkirchen; ebenda Hagenrainweg 6, dann Hauptstraße 57 tätig; 1935-37 Studium an der Akademie für angewandte Kunst München, Graphik bei »W.Teutsch und Plastik bei B.Bleeker, 1937/38 bei M.Steger in Berlin; lebte bis 1945 in Berlin, wo fast ihr gesamtes Werk im Krieg zerstört wurde; seit 1945 in Partenkirchen tätig; Jurymitglied der MKG und Mitglied im KBG;
Preise: Bronzemedaille und Diplom, 3. Biennale Ancona; Diplom, Chicago/USA; Goldmedaille und Diplom, Europäischer Kulturkreis Baden-Baden;
“Die in das Wesen der Tierseele sich einfühlende Affengruppe [Abbildung Berufsverband und GPT 1984] ... entwickelt ihre plastische Überzeugungskraft eben aus diesem gleichen Gefühl für den Wert der Schwere und der Geschlossenheit der Masse. Sie scheidet, wie auch der Porträtkopf des Bürgermeisters Schütte zeigt, auf individualistische Vereinzelung zielende Details aus, meidet das Abbildhafte, um in sehr sicherer Weise dank einer gut durchorganisierten Zusammenfassung der plastischen Massen Wesentliches auszudrücken.” (Hochlandbote, Dr.G.Barthel);
“Zu den wohl stärksten Eindrücken der Ausstellung gehört Ursula Gräfin von der Schulenburgs Bronzeplastik ›Geleit‹: In dieser symmetrisch aufgebauten Dreiergruppe eines von zwei Engeln geleiteten blinden Menschen reduziert die Bildhauerin die Erscheinungsformen ihrer Gestalten auf schwere, gedrungene, verknappende, Rundungen bevorzugende Volumen, die an romanische Plastiken erinnern und zum Träger einer geistigen Aussage werden: Wenn der Mensch in innerer Not, vor schwerwiegende Entscheidungen gestellt, um die Hilfe höherer Mächte bittet, dann wird er diese auch erhalten. Mag sich ein religiös veranlagter Mensch ›nur‹ an der tröstlichen Gewißheit der hier verkündeten Botschaft aufrichten, so wird der künstlerische Betrachter vor allem durch die Gestaltungskraft der Bildhauerin überzeugt, die Bedeutungstiefe schlackenlos in reine plastische Form übersetzt.” (GPT 1976, »R.Härtl);
“Ursula Gräfin von der Schulenburg vereinfacht in ihrer Porträtsbüste die Formen zu archaisierender Strenge und Klarheit, ohne jedoch dabei das Individuum dem Typus zu opfern: Sie bewahrt das Gleichgewicht zwischen Realismus und dessen formaler Übersetzung. In den Tierzeichnungen gelingt es ihr, das Wesentliche eines Bewegungsablaufes mit sparsamen, präzise gesetzten Linien zu erfassen.” (GPT 1977, R.Härtl, Abbildung);
Ausstellungen: Berlin, Düsseldorf, Köln, München, Ancona, Basel, Paris, 1949 erste in Garmisch-Partenkirchen; Werke: Vor allem Bauplastik in Terrakotta und Zement, auch freie Kompositionen; 1953, Koblenz, Entwurf für ein KZ-Denkmal “Der verlorene Sohn”, von der Stadt angekauft; weitere Werke in Bodenkirchen, Dießen, Efferen, Garmisch-Partenkirchen, Hamburg, Heidenheim/Brenz, Lebenstedt, Löwenich, München, Oberau, Salzgitter, Warendorf;
Literatur: Vo, Breuhaus, Groeg1, A1953, MAGP, KBG, Berufsverband (Porträt), 100 Jahre MKG (Abbildung), Hochlandbote 10.9.1949, Die Kunst 1957/58, GPT 18.6.1969/ 18.7.1974 (Abbildung)/ 21.6.1976/ 27.6.1977/ 12.8.1983 (Abbildung)/ 2.2.1984/ 7.1.1985 (Abbildung)/ 31.5.1985 (Abbildung), Nachruf von R.Härtl GPT 2.2.2000;

Schultheiß, Carl (Max, Karl); Maler, Radierer, Kupferstecher, Landschaften, Figuren, Porträts, Illustrator (Kinderbücher); *4.8.1885 Nürnberg; letzte Erwähnung vor 1958 in München, Habsburgerstraße 3; erste Tätigkeit als Dekorationsmaler; Studium an der KGS Nürnberg, dann 1904 an der ABK München bei »L.v.Herterich, »W.v.Diez und A.Jank; Mitglied der MKG, im Radierverein München und im RK; Ausstellung: 1913, Münchner Glaspalast; Werk: “Berge bei Kochel” (München, Städtische Galerie im Lenbachhaus); Garmisch, Fresko (ThB); Literatur: ThB, Vo, BMM, Dr1930, IHK, Schweers;

Schultz, Gertrud; Kunstgewerblerin; Garmisch, Olympiastraße 16; Literatur: A1953;

Schultz, Harry (Johannes); Maler, Graphiker, Landschaften, Marine, Genre, Porträts; *14.3.1874 Elbing – †1958 München, Georgenstraße 86?; lebte zeitweise in Garmisch-Partenkirchen; 1892-97 Studium an den ABK Königsberg und 1897-1901 München; Mitglied der MKG, der Luitpoldgruppe, im Münchner Kunstverein und im RK; Ausstellungen: 1913 Münchner Glaspalast; Werke: Museen Berlin, München, Budapest; Literatur: BMM, Schweers, Dr1930, IHK, Pe; Mg: H.S.; H.Sch.;

Schultz, Oskar (Friedrich Karl); Maler, Öl und Pastelle, Landschaften, Berge, Bergblumen und Alpentiere; *11.5.1892 Warwen (Warwein, Warven)/Windau/Lettland – †21.3.1971 Garmisch, »Zoeppritzstraße 6; ...

Schultz-Pernice, Käthe (*Pernice); Malerin, Aquarellistin, Graphikerin, Landschaften, Blumen, Pastelle; *11.1.1907 Suhl/Thüringen – †2.11.1984 Erlangen; lebte 1939-57 in Partenkirchen, Leitenfeld;
“Käthe Schultz-Pernice, die als 2. von 7 Kindern des Oberforstmeisters Hugo Pernice und seiner Ehefrau Alice, geb. Laub, in Marburg/Lahn im Forstamtshaus unterhalb des Schlosses aufwuchs, fing schon früh an zu zeichnen und zu malen. Im Modezeichnen übte sie sich bei der Ausbildung zur Gewerbelehrerin in Berlin, und auch der Besuch der Kunstakademie in Kassel trug zur Weiterbildung und Verfeinerung ihrer Techniken bei. In ihren Bildern, die sie in Aquarell und Tempera, später auch in Öl, daneben als Linoldrucke, und zunehmend in Pastell schuf, stellt sie hauptsächlich Blumen und Landschaften dar. Lassen ihre Jugendbilder noch Erinnerungen an A.Macke aufklingen, so findet sie bald zu ihrem eigenen Stil, der gekennzeichnet ist von großer Naturtreue und harmonischer Form- und Farbgebung; die kräftigeren Farbtöne mildern sich allmählich zu sanften, zarten, anmutigen und dennoch sehr differenzierten Farben. Alle ihre Bilder sind in sich ›stimmig‹.
Die Inhalte ihrer Bilder spiegeln die Landschaften wider, in denen sie sich im Laufe ihres Lebens aufhielt. In ihrer Jugend malte sie z.B. das Marburger Schloß, sanfte deutsche Landschaften mit Flüssen, Dörfern und Hügeln. Ab 1933, in den ersten 6 Jahren ihrer Ehe, die sie in Ostafrika auf ihrer Kaffeepflanzung im damaligen Tanganyika am Fuße des Kilimandscharo verbrachte, hielt sie meist die Landschaften und Farben in der freien Natur in Aquarellskizzen fest und führte sie dann zuhause endgültig in Pastell oder Öl aus. Auf einer Bergtour bis zur Kibo-Hütte entstanden eindrucksvolle Bilder der dortigen hohen Regionen.
Beim ersten Heimaturlaub in Deutschland 1939 vom Ausbruch des 2.Weltkrieges überrascht, fand sie mit ihren Kindern Aufnahme bei ihrer Schwiegermutter in deren kleiner Mietwohnung auf dem Leitenfeld in Ga.-Partenkirchen. Während ihr Mann im Krieg und anschließend 11 Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft war, trugen gelegentliche Verkäufe (u.a. nach Mexico) ihrer im Werdenfelser Land entstandenen Bilder zum Unterhalt der inzwischen auf 4 Kinder angewachsenen Familie bei. Die meisten ihrer Bilder blieben in der Familie oder wurden an die große Verwandtschaft und an Freunde verschenkt. Beim gemeinsamen Malen bekam sie von dem bekannten Kunstmaler »Eugen Dekkert, der in Partenkirchen seine letzten Lebensjahre verbrachte, manche fruchtbare Anregung. Während ihrer letzten Lebensphase in Erlangen (1958-84) malte sie noch etliche Bilder von Blumen und fränkischen Landschaften. Viele schöne Bilder entstanden auch auf Urlaubsfahrten, z.B. in den Alpen, auf Mallorca, Kreta, Ischia, in Schweden, usw.
Ihre besondere Stärke liegt in ihrer guten Intuition bei der Motivwahl sowie in der Harmonie und Wärme, die von allen ihren Bildern ausstrahlen. In ihren Landschaften mit Bergen, Seen, Blumen und Bäumen gelangen der Künstlerin ausdrucksstarke Darstellungen von Wolkenstimmungen, Sonnenuntergängen oder Mondscheinnächten, lebendigen Wassern, Licht- und Schattenspielen auf Waldwegen, der farbenfrohen Natur in allen Jahreszeiten.” (Hiltrud Schmid-Egger Partenkirchen);
Ausstellungen in den 1950er Jahren: Coburg, Partenkirchen;

Schultze, Max (Künstlername: Schultze-Partenau); Architekt, Thurn- und Taxis`scher Oberbaurat in Regensburg, Architekturschriftsteller, Maler, Zeichner, Lithograph, Landschaften, Berge; *4.5.1845 – †5.9.1926 Partenkirchen; Schüler von »J.Lange; Studium der Architektur an der kgl. polytechnischen und Ingenieurschule München; erste Tätigkeit im Eisenbahnbau; 1872-1912 im Dienste des Fürstenhauses Thurn- und Taxis: “40 Jahre lang ist Schultze für alle künstlerischen Aufgaben der Fürstenfamilie verantwortlich, vom Schloßbau bis hin zu Entwürfen für Möbel, Kunsthandwerk und Kostüm. Max Schultze dient mit seiner Kunst aber auch anderen höchsten Herrschaften: Er entwirft Bürgerhäuser und Villen für den wohlhabenden Regensburger, Palais für Prinzen und Prinzessinnen, fürstliche Lustschlösser und Sommerresidenzen. Für König »Ludwig II. von Bayern plant Schultze, die Ruine der abgeschiedenen Burg Falkenstein in eine wildromantische Ritterburg zu verwandeln. Die Burg bleibt jedoch nur ein schön gedacht Projekt. ... In seiner Freizeit zieht Schultze häufig mit dem Zeichenstift in die Alpen, um Skizzen nach der Natur anzufertigen. Erste Anregungen im Landschaftszeichnen erhält Schultze in jungen Jahren von seinem Großvater, dem Maler »Johann Jakob Dorner d.J. ... Erst nach 1912, nach Entlassung des Oberbaurat Schultze in den Ruhestand, kann sich dieser intensiv der Landschaftskunst widmen. Er stattet seinen Alterssitz, die Villa Heimat in Partenkirchen, mit einem Künstleratelier aus und pflegt nun vor allem die Landschaftsmalerei in Öl und Aquarell.” (Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins);
Gründungsmitglied und 1883-1905 Vorsitzender der Sektion Regensburg des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins;
Ausstellung: 1995, Regensburg, Naturkundemuseum; Werke: 1912, Landhaus, Partenkirchen, Dreitorspitzstraße 17; Arbeiten für König Ludwig II. in Herrenchiemsee und 1884/85 Entwürfe für die geplante Burg Falkenstein (KL): “Oberbaurat Max Schultze führte das Projekt in herrlichen Tuschzeichnungen aus.” (Kobell, Abbildung, Praxmarer/Adam Abbildung);
München; 1879, Zeichnung “Hammersbach bei Partenkirchen”; 1887, Lithographien: “Aus Partenkirchen”, “St. Anton in Partenkirchen” (Abbildung Goldenes3), “Parthie aus dem Fauken”; “Am Eibsee”; Bücher: “Über heimische Bauweise in der Oberpfalz”; 1888 und 1890 “Alpines Skizzenbuch” (50 Lithographien): “Die Zeichnungen sollen Landschaftsmalern als Vorlageblätter dienen oder Bergsteigern als Anschauungs- und Orientierungsmaterial. Sie beschreiben das Gebirge aus touristischer Sicht. Sie zeigen den tektonischen Aufbau und das dynamische Aufstreben der Berge, umreißen die bizarren Silhouetten der Gebirgsketten, schildern das Licht- und Schattenspiel in Baum und Fels.” (Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins);
Literatur: BMM, ThB, Kobell, WS, MAGP; Pe, Scheibmayr2, Geschichte1, Petzet, Goldenes3, Adam/Jocher, Praxmarer/Adam; Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins, Juni 1995, Susanne Witzgall; Dissertation von Wolfgang Baumann; www;

Schulz, Andree (J.); freier Designer, freie Malerei, Photographie, Themenprojekte z.B. “Wilde Wasser", seit 1996 Malereiprojekte “X-CAVATIONS", Photographie, neue Ausdrucksformen, Gemälde, Graphik; *1945 Berlin; Studium Grafik Design an der HdK und der FU Berlin; seit 1986 in Murnau, Atelier in Ohlstadt, Wettersteinstraße 22 (Telephon 0 88 41/ 67 68 85, E-Mail: a.schulzdesign@freetnet.de); zweite Heimat Griechenland; Mitglied im BBK, der WEK, der NMK und seit 2002 des KBG;
“Er liebt Großformate. Seine Werke sind abstrakt. ›Diese Serie von Arbeiten basiert auf Skizzen, die im Reintal und auf dem Weg von Hammersbach zur Höllentalklamm entstanden sind. Mich reizt am Malen der Übergang vom Konkreten zur Abstraktion und die Vertiefung der Farben‹, äußerte er sich dazu.” (GPT 30.11.2000);
Gemeinschaftsausstellung: 2000/01, Kurhaus Garmisch und Murnau, Galerie “Die Tür”; zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, 2002 Murnau; Veröffentlichung: (www.bbk-bayern.de/verzeichnis/detail2.phtml?kunr=997); Literatur: GPT 30.11./ 7.12.2000/ 25.3.2002 (Porträt);

Schulz, Berta; Zeichnerin; Partenkirchen, Partnachstraße 53; Literatur: A1937;

Schulz, Elisabeth; Photographin; Krün, Kranzbachstraße 9, Geschäft Karwendelstraße 1; Mutter von »C.Becker; Literatur: A1953;

Schumacher, Uta; Weberin; Ausstellung: 2001 Oberammergau, Bildgewebe “Haben wir nicht alle den gleichen Vater?”; Literatur: GPT 11.8.2001;

Schumpp, Philipp (“Schumppi”); Dekorationsmalermeister, Bürgermeister, Maler, Aquarellist, Landschaften; *13.6.1913 München – †11.3.1992 Partenkirchen, Flurstraße 6;
“Philipp Schumpp wurde als Sohn eines Malermeisters in München geboren, kam aber gleich nach der Geburt hierher [Faukenstraße]. (›Ich bin also Partenkirchner unter mildernden Umständen‹.) Nach Volks- und Mittelschule verbrachte er die Lehrzeit im elterlichen Geschäft und bei »Heinrich Bickel, machte die Gesellenprüfung und flüchtete vor den Unbilden des Jahres 1933 auf die Wanderschaft. Die Begegnung mit der großen Künstlerin Käthe Kollwitz in Berlin wurde für seine Lebensauffassung entscheidend: ›Ich sah, daß die großen Menschen immer die schlichtesten und einfachsten waren – diese Frau war mir ein großes Beispiel.‹ 1938 hatte Schumpp das elterliche Malergeschäft übernommen, aus dem Meister-Vorbereitungskurs riß ihn die Einberufung. Im November 1945 kehrte Schumpp aus englischer Gefangenschaft zurück. Er hatte von Jugend auf [1932] den Jung-Organisationen der SPD angehört, seine politische Orientierung vor allem durch die hiesigen bekannten Alt-Sozialdemokraten erfahren und stand 1945 wieder bei manchen schweren Entscheidungen in vorderster Linie der hiesigen SPD ...” (GPT 4.5.1960);
“1960 wurde er 2ter Bürgermeister und war von 1966 – 1978, für die SPD, 1. Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen. In seine Zeit fallen so wichtige Aktivitäten, wie die innerörtliche Umgehung durch die St.Martin-Straße, Kongresszentrum, Hausberg-Seilbahn, Alpspitzwellenbad, Alpine Ski WM 1978. Bei aller politischer Raffinesse wurde ihm Ehrlichkeit, Gradlinigkeit, Anstand und soziales Verständnis nachgesagt. Der sehr populäre Ehrenbürger der Marktgemeinde [1978] war Träger des Bundesverdienstkreuzes [am Bande, 1975] und anderer Auszeichnungen.” (Adam/Jocher);
seit 1952 Kreistagsmitglied und 1956-90 Mitglied des Gemeinderates des Marktes Garmisch-Partenkirchen; 1955-69 Vorsitzender des SPD-Ortsvereins; 1976 goldene Ehrennadel der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen; 1983 Georg-von-Vollmar-Medaille; M
itglied der Werdenfelser Krippenfreunde; im Rathaus Garmisch-Partenkirchen Porträt, gemalt von »H.W.Osthoff; Werk: Gemälde “Winterlandschaft” (MGP); Literatur: A1922-53, GPT 4.5.1960/ 16.3.1973 (Porträt)/ 13.6.1973 (Porträt)/ 5.1.1980 (Porträt)/ 11.3.1992 (Porträt)/ 30.1.1993 (Porträt), Adam/Jocher, DBK/282/283;

Schuster, Karla; Photographin; Partenkirchen, Mittenwalder Straße 21; Literatur: A1953;

Schuster-Woldan, Raffael (Prof., eigentlich: Schuster, Raffael Hans Ulrich); Maler, Zeichner, Porträts, Genre, Figürliches, Landschaften; *7.1.1870 Striegau/Schlesien – †11.12.1951 Garmisch, Am Herrgottschrofen 17 (Schmölz, Breitenau 1, »M.Dülfer); ebenda seit etwa 1897 mit Unterbrechungen ansässig; Bronzeporträt, geschaffen von »C.Anger, ausgestellt im Kurhaus Garmisch; Studium in Frankfurt/M. bei Kirchbach und an der ABK München bei G.v.Hackl; 1893 Mitbegründer der Münchener Secession; 1911-20 Prof. an der ABK Berlin; 1940 »Goethe-Medaille;
“Geschätzter Damenporträtist.” (Vo);
“Unter den Genre- und Figurenmalern, die zum Teil zur Fahne »Herterichs schworen, zum Teil eigene Wege zu gehen versuchten, sind die beiden Brüder Raffael Schuster-Woldan und Georg Schuster-Woldan zu erwähnen.” (Uhde-Bernays);
“Am Wege zur Meisterschaft stand, nachdem er das Münchner Ludwigs-Gymnasium absolviert hatte, Frank Kirchbach im Frankfurter Städel. In Paris übten »Leibl und Munkacsy einen tiefgehenden Einfluß auf ihn aus. ... Reisen durch Deutschland und nach Italien unterbrachen die Arbeit. Paul Wallot, der Erbauer des Reichstagsgebäudes, hatte seine dekorative Begabung erkannt und stellte sie in den Dienst der Ausschmückung dieses Bauwerkes. Schuster-Woldan malte die allegorisch-symbolischen Gemälde des Bundesratssaals. Gerade sie, aber auch seine ausgezeichneten Bildnisse lassen erkennen, wie warm, empfindsam, aufnahmebereit und zugleich selbständig der Künstler die Eindrücke seiner Zeit verarbeitet und wie das Ideal der Renaissancekunst von ihm lebendig empfunden und gefühlt wird. ... An den Gemälden für den Bundesratssaal geschah dies so gut wie in den vielen Porträts, die Schuster-Woldan geschaffen hat. In diesen vielleicht noch mehr, weil er nicht nur viel vom Wesen des andern Menschen sichtbar macht, sondern ebensoviel von seinem eigenen in das Bild des andern versenkte. So waren seine Porträts eigentlich eine geheime Zwiesprache und sie verraten ebensoviel vom Künstler wie vom Dargestellten. ... Unser Meister ist noch eines das in seinem Werke schwer wiegt: ein hervorragender Zeichner. Man sage nicht, daß dies selbstverständlich sei. Für einen Künstler wie Schuster-Woldan wohl schon, dem Meisterschaft als Bewältigung aller technischen Probleme auch die mühelose Vollendung in der Zeichenkunst bedeutete. Aber man schaue sie nur recht an, die Studien für Wandbild und Porträts und auch diejenigen, die in sich selbständig gedacht sind. Hier zeigt sich die Meisterschaft der Hand, die auch eine des Herzens ist, und hier fällt auch das immer leise in seinen Gemälden spürbare literarische Element fort, um durch die Form allein und unmittelbar zu uns zu sprechen. Jede Linie ist voll Feingefühl, alles ist wahr und echt empfunden und mit Zartheit und Strenge, mit Bestimmtheit und Musik zugleich erfüllt und die zuweilen allzu große Süßigkeit des Malerischen wird erfrischend und einfach.” (GPT 7.1.1950, Dr.G.Barthel);
“Das Werk R.Schuster-Woldans verkörpert eine seltsame Mischung zwischen italienischer Renaissance, englischem Rokoko, deutscher Romantik und zeitgenössischer Salonatmosphäre. ... Um die akademische Starrheit seiner Bildkonstruktionen zu mildern, versah R.Schuster-Woldan die Gesichter seiner Figuren mit einem romantisch-gefühlvollen – oftmals leicht elegischen – Ausdruck, der nicht selten ans Theatralische grenzt.” (BMM, R.Beck);
“In der Zeit 1902 – 1910 fertigte er die figürlichen Wand- und Deckenmalereien im Beratungszimmer des Bundesrates im Reichstag, später verlegte er sich erfolgreich auf die Darstellung von Frauengestalten, Frauenporträts und religiöser Werke, bevorzugt großformatige Werke. ... Mit dem damals in Grainau ansässigen Maler »Carl Ludwig Loreck war er gut bekannt. Die umfangreiche Bibliothek von Schuster-Woldan wurde im Jahr 2000 versteigert.” (Adam/Jocher);
Ausstellungen: 1937/38, Sonderausstellung, Hagen, Städtisches Museum; 1941, München, “Große Deutsche Kunstausstellung”; Garmisch-Partenkirchen;
Werke: Museen Altenburg, Danzig, Gera, Liegnitz, Schweinfurt Museum Schäfer, Weimar und München, Neue Pinakothek; 1927, Garmisch, Kurhaus “Porträt Richard Strauss” und “Krankenschwester”;
Literatur: BMM, ThB, Vo, Boetticher, Jansa, Dr1930, Scholz 8/1939/ 1/1940 (Abbildungen), A1912/37, MAGP, Pe, GPT 7.1.1950 (Porträt, Abbildung)/ 30.7.1960 (Porträt, Abbildung), WK 1952/ 22/1983, Loreck2, Scheibmayr2, Wü1, Schweers, Uhde-Bernays, Meindl, Ostler2, Zoller2, Backes, Adam/Jocher; A.Heilmeyer, Raffael Schuster-Woldan, München, um 1910; Mg: R.S.W.;

Schwabe, Thomas; Goldschmiedemeister; Partenkirchen, Ludwigstraße 59; Geschäft besteht seit 1835 (»B.Simon);

Schwaiger, Eva (“Holländer”); Holzschnitzerin, Tiere; *1819 Oberammergau; 1839 als Lieferantin für »Georg Lang sel. Erben mit 1829 Tieren verzeichnet; Literatur: Zull1;

Schwaighofer, Hans (“Kittela”, Johann); Bildhauer, Holzschnitzer, Zeichner, Radierer, religiöse Themen, Porträts, Figürliches, Hausaltärchen, Spielleiter, Dozent; *5.(4.?)9.1920 Oberammergau – †19.10.2000 München Klinikum Großhadern (Grab in Oberammergau, neuer Friedhof, schönes Grabmal); Oberammergau, Kircheckgasse 10 (Warbergstraße 12), tätig; 1934-37 Studium an der Schnitzschule Oberammergau, 1947-48 an der ABK München bei »J.Henselmann; seit 1948 als Dozent, 1969-84 als Direktor und bis Juli 2000 im Prüfungsausschuß an der Schnitzschule Oberammergau;
“Dieser junge, kühne Bildhauer, der aus einem bäuerlichen Realismus heraus seine Figuren schlägt, der jüngst erst im ›Haus der Kunst‹ zu München mit einer überlebensgroßen Kreuzigungsgruppe überraschte, von der es hieß, daß sie in ihrem expressiv gesteigerten Verismus an die spätgotischen Mysterienspiele gemahnt und daß sie ein bayerisches Gegenstück zu Noldes und Barlachs Auslegung der Passion sei, wird auch im Sommer 1960, wie vor zehn Jahren, den Judas spielen.” (Dr.Mally);
“In
Schwaighofers Schul-Werkstatt und seinem privaten Atelierhaus an der Kirchengasse entstand ein einmaliges Lebenswerk von künstlerischem Rang. In überquellender Schaffenslust stellt er sich immer wieder neue Aufgaben, um sie in unverwechselbarer Eigenart mit stürmischem Temperament zu lösen. Ob es sich nun um die Individualität des Porträts handelt, um bedeutungsschwere religiöse Thematik oder um lockere Tierskizzen, ob um Bronze, Holz oder Keramik: Stets hat dieser Bildhauer ganz Persönliches zu sagen in kraftvoller Gestaltung. Zugleich ist er ein hochbegabter Zeichner, wie z.B. seine 40 Radierungen zum Reform-Szenarium der Passionsspiele eindrucksvoll zeigen. Hinzu kommt aber vor allem auch die fast 20jährige Arbeit Schwaighofers an Text und szenischen Entwürfen, Bühnenmodellen, allegorischen Masken und Kostümen für ein neues Passionsspiel. Seit »Georg Johann Lang, der vor einem halben Jahrhundert das heutige Spiel gestaltete, hat sich kein Oberammergauer so leidenschaftlich in selbstauferlegter Plage mit den gestalterischen Grundlagen des Gelübdespieles aktiv befaßt, wie Hans Schwaighofer. Das Spiel wurde im doppelten Sinn für ihn zu einer persönlichen Passion‹. Er wollte – und will – das Beste schaffen, das Oberammergau zu leisten vermag. In einem Kraftakt ohnegleichen stellte Schwaighofer ›seine ‹ Passion vor eine erstaunte Öffentlichkeit. Die Reformprobe von 1977 fand ebenso begeisterte Zustimmung und Gefolgschaft, wie härteste Ablehnung, bis zur persönlichen Feindschaft und Fehde. Das Dorf hat sich, wie man weiß, über diesem Thema zutiefst zerstritten, die Diskussion ist nicht abgeschlossen, das Problem ›Reform‹ bleibt. Mit einer Hartnäckigkeit, die bestes Oberammergauer Erbe ist, verfolgt – und verficht – Hans Schwaighofer auch als Gemeinderat, höchsten künstlerischen Anspruch auch für das Laienspiel, als einer Existenzfrage seines Dorfes. Dabei blieb des Künstlers ›Modernität‹ zutiefst dem heimatlichen Erbe des Holzschnitzers und Spielens verbunden. Aber er wurde zum Repräsentanten eines Oberammergau, das weit mehr geben will als Souvenir-Schnitzerei und gängiges Bauerntheater.” (GPT 1980);
“In diesen Arbeiten versteht es Hans
Schwaighofer hervorragend, die gestalterischen Möglichkeiten, die ihm der Werkstoff Bronze bietet, künstlerisch zu nutzen. So glättet er die Oberflächen seiner Plastiken nicht, sondern beläßt vielmehr die Zufälligkeiten des Gusses mit ihren Narben, Einkerbungen und Schrunden, wodurch ein flackerndes Spiel von Licht und Schatten entsteht, das im Betrachter den Eindruck von Bewegtheit und Spannung hervorruft. Auch die Spuren der Modellierarbeit mit ihrer spontanen ›Handschrift‹ werden vom Bildhauer nicht getilgt, so daß der Entstehungsprozeß der Form gleichsam nachvollzogen werden kann. Die bewegten Oberflächen seiner Plastiken lassen den Beschauer somit teilhaben an der geistigen Auseinandersetzung des Künstlers mit seinem Motiv.” (GPT 1984, »R.Härtl);
“Von seiner unermüdlichen Schaffenskraft zeugen aber auch viele Kunstwerke, in Kirchen, auf Plätzen, in öffentlichen Gebäuden. Und so mancher Sammler schätzt sich glücklich, einen echten Schwaighofer sein Eigen zu nennen.” (GPT 2000);
“Er kämpft darum, die Schnitzertradition vor den Gefahren unserer maschinellen Zeit zu bewahren;... Schwaighofer ... regte bereits nach 1960 eine grundlegende Neufassung des [Passions-] Spieles unter Berücksichtigung des Rosnerschen Textes an und nahm wegen der Umgestaltung der Musik Verbindung mir Carl Orff auf. Die Bühnenentwürfe zu seiner Konzeption hielt er in einer Folge eindruckstarker Lithos fest. Die traditionsgebundenen Oberammergauer aber schreckten vor einer radikalen Neuerung zurück.” (Wü1);
“Ein rastlos Schaffender, mit seinen Händen, mit seinem Herzen und mit seinem Kopf, so wird sich Oberammergau an Hans Schwaighofer erinnern. Leiden und Leidenschaft hat die Passion in sein Leben gebracht. Er war ein begnadeter Bühnenjudas und ein gestaltungsfreudiger Spielleiter.” (GPT 2000);
1950/60 Judas, 1960 zweiter Spielleiter, 1977 Spielleiter der Rosner Reformaufführung der Passionsspiele; Bayerischer Porträtpreis; Burda-Preis; Mitglied des Gemeinderates; 1998 zum Ehrenbürger von Oberammergau ernannt; Träger der Goldenen Landkreismedaille; Mitglied der Münchener Secession und des KBG;
Ausstellungen: Seit 1958 München, Haus der Kunst (1984 auch Sonderausstellung); Oberammergau; 1962, Johannesburg;
Werke: 1960, Großweil, neue Pfarrkirche St. Georg, Altar “Christkönig”; um 1960 “Pietà” (Abbildung Mally); 1980, Oberammergau am Passionstheater in Bronze Brunnenanlage “Palmesel” (Abbildung Lang und GPT 1980) und “Rosner-Denkmal”; Bronzeplastiken im OHM; 1990, Garmisch, vor dem Kongresshaus “Richard-Strauss-Brunnen” aus Bronze, mit Daphne, Elektra und Salome, S. erhielt für diesen Brunnen den »Heinrich Bickel-Preis; viele Werke in Kirchen und auf Plätzen; 2002 aufgestellt, Partenkirchen, Richard-Strauss-Institut, Bronze-Ganzfigur “Richard Strauss”; 1970, Radierzyklus “Hans Schwaighofer – Für ein neues Oberammergauer Passionsspiel”; Entwurf für die Standarte der Leonhardi-Gemeinschaft Unterammergau; Oberammergau, Archiv “Sammlung Rosner-Probe”;
Veröffentlichung: Bayerisches Fernsehen um 1998 und 14.4.2001; Literatur: Vo, Hartmann (Abbildung), Merian 11/XVII (Porträt), Wü1, GPT 5.9.1980 (Porträt)/ 25.8.1980/ 10.7.1984 (Abbildung)/ 23.3.1988 (Abbildung)/ 21.10.2000 (Porträt), KB 25.10.2000; KBG, Schneiderhan, Kölbl (Abbildung), Mally (Porträt), Lang, Heimstätte, A1953, Buchwieser2, Huber, tz 9.8.1984 (Porträts), Adam/Jocher, Rädlinger, Saal (Porträts, Abbildung);

Schwalb, Simon; Hinterglasmaler; *1702 Murnau; ebenda “auf der Hofstätte zum Wenger (Obermarkt)”; 1751 in Murnau Heirat; Vater von »Franz Paul S.; Literatur: Salmen2 (B.Salmen), Gebhart1/2, SM, Hruschka3;

Schwalb, Tobias (Thobias); Holzschnitzer, Bildschnitzer; *15.10.1874 – †24.12.1944 Oberammergau, St.-Gregor-Weg 27f ½; 1910 und 1922 Hofherr bei Annas bei den Passionsspielen; Literatur: A1912-39, Feldigl;

Schwalbach, Karl-Jakob; Bildhauer, Stein, Bronze, Stahl, Kirchenausstattungen, Brunnen, Platzgestaltungen, Denkmäler; *1937 Frankfurt/M.; Studium an der ABK München bei »J.Henselmann, Bildhauerei, Goldschmieden bei F.Rickert und 1957-64 druckgraphische Techniken; 1961-62 in Barcelona; viele Studienreisen; seit 1972 in Valley, Anderl-Mühle, tätig; viele Ausstellungen in Europa; Werke: In Deutschland viele Werke im öffentlichen Raum; 1999, Garmisch-Partenkirchen, Bahnhofstraße 43 (früher “Buntes Haus”) Gedenktafel für »M.Ende; Literatur: GPT 7.11.1999/ 13.11.1999 (Abbildung), MAGP, Ki; WVZ, Heft 1/2, Valley, 1995 (Porträts);

Schwarz, Caroline; Lehre an der Schnitzschule Oberammergau; Ausstellung: 2002, Oberammergau, Skulpturenweg “Die Geschichte der Menschheit”; Literatur: GPT 29.6.2002, Saal;

Schwarz, Traude; Malerin; Garmisch, Olympiastraße 9; Literatur: A1953;

Schwarzenberger, Paul; Zimmermeister; Lenggries; ein Nachkomme war später 2. Bürgermeister von Krün; Werke für König »Ludwig II.: 1866, Soiernhaus (Abbildung Pfeiffer, 1867 Innenausstattung), Zimmererarbeiten für 11150 Gulden; “Zimmerei Hans Schwarzenberger aus Krün führte später noch Änderungs- und Anbauaufträge am Soiernhaus aus." (Praxmarer/Adam), 1911 war der Prinzregent letztmals im Soiernhaus; 1865-67, Herzogstandhaus (November 1990 abgebrannt), Zimmererarbeiten; Literatur: Pfeiffer, Praxmarer/Adam;

Schwedeler, Constance (Konstanze); Malerin, Landschaften, Stilleben; *1877? Hamburg – † Anfang 1962 München; Freundschaft mit »Gabriele Münter; Mai/Juni 1923 und Mai 1924 Aufenthalt mit ihr in Murnau; Mitglied bei den “Unabhängigen”; Ausstellung: 1958, München; Werk: Hamburg, Kunsthalle; Literatur: Vo IV+VI, Die Kunst 1958 (Abbildung), Münter;

Schwegerle, Hans; Bildhauer, Medailleur, Illustrator; *2.5.1882 Lübeck – †4.9.1950 München; Schüler von »W.v.Rümann, E.Kurz und »A.v.Hildebrand in München; Werk: 1933, an der Kesselbergstraße am Walchensee, Bronzebüste “»Johann Wolfgang von Goethe” zur Erinnerung an seinen Aufenthalt während seiner Italienreise; Urfeld/Walchensee “Goethedenkmal” (Vo); Literatur: ThB, Vo, Jansa, Dr1930, Heilmeyer2, Vignau, DCK 1927/28/1931/32, WK 1950/ 6/1991;

Schweigart, Adelheid; Malerin, Dekorationsmalerin?; Mittenwald, Wettersteinstraße 252b; Literatur: A1927;

Schweizer, Berndt; Kunstschmied, Metallgestalter, Metallskulpturen; *7.6.1946 Schongau; lebte 1946-68 in Partenkirchen, 1968-70 in Mittenwald und lebt seit 1971 in Peißenberg mit eigener Werkstatt, Bergwerkstraße 10 (Telephon 0 88 03/ 22 57); Kunstschmiedelehre, Gesellenprüfung, Studium an der Fachhochschule für Design in Aachen bei F.Ulrich mit Abschluß als Diplom-Designer, Meisterprüfung im Schlosserhandwerk; Mitglied im »Werdenfelser Künstlerbund, seit 1987 der WEK;
“Berndt Schweizer stellt das Objekt ›Denkkern‹ aus, eine aus Metallstäben und fragmentierten Steinen materialgerecht geformte, schlanke, zylindrische Stele.” (GPT 1986, »R.Härtl);
Ausstellungen: Garmisch, Ingolstadt, Memmingen, München, Murnau, Neumarkt/Opf., Schongau, Weilheim u.a. im Stadtmuseum; Werke seit 1976 im öffentlichen Raum: Aachen, Augsburg, Bad Tölz, Mainz, München, Peißenberg, Weilheim, Wolfratshausen; Literatur: Weilheimer Tagblatt seit 1982, Münchner Merkur 16.9.1987, GPT 11.1.1986/ 10.1.1987; Mg: Ligiert SB; (www.kunstschmiede.de);

Schwind, Moritz von (Prof., Ritter); Maler, Zeichner, Graphiker, Kunstgewerbler, Illustrator; *21.1.1804 Wien – †8.2.1871 Niederpöcking/Starnberger See (Grab im alten Südlichen Friedhof München); als Kurgast in Kochel; Literatur: BMM, ThB, Wolf2 (Porträt, Abbildungen), Miller (Abbildung), Vignau, Lankheit1, Oldenbourg, Uhde-Bernays, Wolf2 (Porträt), Hufnagel, Alckens, Petzet, Ruhmer1, Buderer (Abbildungen);

Schwink, Lothar; Maler, Landschaften, Bildhauer, Innenarchitekt, Wachsbossierer, Krippen; *6.11.1886 Bamberg – †27.10.1963 Ettlingen/Karlsruhe; 1905 Studium an der KGS München in der Architekturklasse bei »R.Berndl, Malerei bei F.Hoch und Bildschnitzerei bei »J.Wackerle; seit 1918 in Erling/Andechs tätig; Werke: 1923 “Herbstmorgen im Ammergau” und 1934 “Frühling im Ammertal” (München, Städt. Galerie im Lenbachhaus); Literatur: ThB, Vo, BMM, Dr1930, DCK 1934/35, Schweers;

Sckell, Ludwig; Maler, Landschaften, Berge, Figuren; *14.10.1833 Schloß Berg/Starnberger See – †23.2.1912 Pasing/München; Sohn des Gartenarchitekten F.L.v.Sckell; seit 1861 in München ansässig; ebenda Schüler von Richard Zimmermann; “Seine Spezialität sind stimmungsvolle oberbayerische und Hochalpenlandschaften in naturalistischer Manier.” (Ruhmer1); Werke, Gemälde: “Am Walchensee” (Stuttgart, Nagel); “Berge am Walchensee, vorne Weiher und Hirtenmädchen” (Stuttgart, Nagel 1978); “Blick auf den Kochelsee” (Schweinfurt, Sammlung Schäfer); “Murnauer Moos bei aufziehendem Gewitter” (Stuttgart, Nagel 1984); “Murnauer Moos, vorne rasten Hirten” (Stuttgart, Nagel 1985); “Partie bei Kleinweil, vorne Bach mit Kühen” (Ne 1982); Literatur: BMM, ThB, Boetticher, Wolf2 (Abbildungen), Miller, Ne, Wi, Ruhmer1;

Sedlacek, Ryszard J.; Graphiker, Designer, Skulpturen, Rauminstallationen; *3.6.1948 Murnau; in Murnau-Westried, Graf-Alban-Straße 6, tätig; 1971-75 Studium an der Fachhochschule München, Graphik-Design; Mitglied in “Der Kreis”; seit 1971 Aktionen in München: “Spielstunde”, “Schaumstoffstraße”: “Vom ›Aktionskünstler‹ ... sind jene harmlosen, blau und roten Kunststoff-Schwämmchen aufgetürmt, mit denen er am Stachus Passanten zu einer ›Spielstunde‹ animierte. Hier spielte offenbar noch keiner damit, denn sie ruhen brav und ordentlich aufgeschichtet am Fensterbrett. In München waren sie bald ›vergriffen‹ weil viele Hausfrauen die praktischen Schwämmchen mitgehen ließen.” (GPT 1971, »H.Schott),
“Shit” und “Kunsturlaub”; Einzelausstellungen: 1976, Kunstforum der Städtischen Galerie München “Das tödliche Leben”; 1987, Forum Galerie C. Schulte-Strathaus, Murnau “Untertage”; 1989, Galerie C.Rösinger, Köln “Unendlich”; Gemeinschaftsausstellungen: Seit 1987, Garmisch; 1990, Garmisch, Raumobjekt ›D`Roas‹ (GPT 1990, »R.Härtl); 1989, Köln;
Literatur: A1973, Radke, Berufsverband (Porträt), GPT 24.6.1971/ 3.12.1976 (Abbildung)/ 19.1.1987/ 26.7.1988 (Abbildung)/ 27.5.1989 (Abbildung), KB 1987 (Porträt)/ 31.8.1990;

Seemüller, Xaver; Design-Handwerker; *1929; in Oberammergau, Im Gewerbegebiet, Rottenbucher Straße 23 tätig; 1945-49 Schreinerlehre in Oberammergau, Gesellenprüfung; Wanderjahre: Saargebiet, München, Frankfurt/M., Schweden, Osnabrück; 1961 Meisterschule und Meisterprüfung in Partenkirchen;
“1962 Gründung einer eigenen Werkstätte in Oberammergau. Seitdem selbständig arbeitender
Design-Handwerker. Schwerpunkt meiner Arbeit: Entwurf eigener Modelle, Weiterentwicklung bis zur Produktionsreife, Herstellung und Vermarktung. Von 1963 Aussteller auf der ›Internationalen Handwerksmesse in München‹ (IHM); 1965 Goldmedaille für Stühle auf der IHM; ab 1992 Zusammenarbeit mit »Rochus Lang [*1968].” (Lang); Ausstellung: 2000, Oberammergau; Werk: 1965 “Stuhl” (Abbildung Lang); Literatur: GPT 20.6.2000, Lang, Buchwieser2;

Seichter, Bernhard; Photograph; in Obergrainau, Oberer Dorfplatz 8, tätig; Literatur: A1953;

Seichter, Martha; Photographin und Verlegerin; *2.1.1887; †27.4.1981 Obergrainau, Oberer Dorfplatz 8; Literatur: A1953;

Seichter, Paul; Photograph und Verleger; *22.4.1887; †18.11.1932 Obergrainau, Oberer Dorfplatz 8; “Photo-Centrale"; Werk: “Ernst Udet kreist über dem Eibsee” (Abbildung GPT); Literatur: Goldenes1, A1953, Adam/Jocher (Abbildung), GPT 5.8.1991; Bär und Lilie, Grainau wie´s früher war, 1992;

Seidel, August; Maler, Landschaften, Berge, Marine, Figuren; *5.10.1820 – †2.9.1904 München; bis 1841 Schüler von »C.Rottmann, danach von Albert Zimmermann an der ABK München, dann Naturstudien in der Umgebung Münchens; 1845 mit »J.F.Voltz in Italien; 1863 lernte S. in Paris die Schule von Barbizon kennen; Mitglied der MKG; “Einer der hervorragendsten Landschaftsmaler der Münchner Spätromantik.” (Ruhmer1); Werke: Museen Berchtesgaden, Biberach, München, Rosenheim und Schweinfurt; “Am Kochelsee, vorne Kühe und Bäuerin” (Ne 1984); “Die Zugspitze bei Partenkirchen” (Rostock, Städtische Kunstsammlung); Literatur: BMM, ThB, Boetticher, Uhde-Bernays, Bühler, Wi, Schweers, Pe, Ruhmer1, Aigner;

Seidl, Balthasar; Buchbindermeister; *17.12.1807 Friedberg – †22.7.1889 Murnau, Nr. 180c; 27.11.1839 ebenda Heirat mit Katharina Wörle; Literatur: MAM;

Seidl, Emanuel von (Prof. Dr.-Ing. h.c.); Architekt; *22.8.1856 – †25.12.1919 München (Grab im Waldfriedhof); »M.A.Bayrlacher; Architektur-Studium an der Technischen Hochschule in München; Innenarchitekt im Büro seines Bruders »G.v.Seidl und »R.v.Seitz; 1898 erster Besuch in Murnau, 1901 Wohnsitz; 1906: Ehrenbürgerwürde von Murnau und Verleihung des persönlichen Adels; sein Wunsch einmal in seinem Park bestattet zu werden wurde nicht erfüllt; sein Grabmal in München steht nicht mehr; sein Ziel war, wie er 1910 schrieb: “Landschaftsbilder zu erdichten und architektonisch zu schmücken”; München, Theatinerstraße 33 Gedenktafel;
Werke: 1887-1914: 56 Villen, 7 davon in Murnau: Haus »Mayr-Graz (erstes Werk, 1973 abgerissen); Villa Karl Bembé; 1901/02 am Kapferberg eigenes “Landhaus Seidl” mit Park, 1972 im Zusammenwirken der Bayerischen Versicherungskammer, der Gemeinde Murnau, dem Landratsamt Weilheim und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (Generalkonservator Prof. Dr. T.Gebhard) abgerissen, heute Rasenfläche; Schreiben des Generalkonservators vom 27.10.1971: “Wenn der Bauträger daher sich entschließen sollte, das Haus abzubrechen, so sollten die wenigen Reste der ursprünglichen Ausstattung, wie das große Gemälde mit der Darstellung der Künstlergemeinschaft, einige Öfen aus der Zeit um 1901 und wohl auch eine Zimmervertäfelung sorgfältig geborgen werden. ... Man wird den Verlust des Hauses nur dann verantworten können, wenn man alles tut, um den historischen Park wirklich herzustellen und in Zukunft in der wiedergewonnenen historischen Form zu unterhalten.” (Seidl);
ab 1902, Mühlhagener Straße “Seidlpark”: “Weitläufiger Landschaftspark im englischen Stil, mit Birkenallee, Weiher und gestalteten Plätzen (u.a. sog. Freundschaftshügel und Freundschaftsaltar. Hermen-Rondell. Orchester-Vereinsbank. Promenadenweg mit Hirschfiguren und Laube).” (BLD);
um 1908, am Kapferberg “Wärterhäuschen;
??
1909 Schloß Seeleiten (für Fritz Brey); Oberried, Haus Nr.2: “Ehem. Landhaus Brey; vornehmer Walmdachbau mit Eckerker und eingezogener Terrasse, als Jagdhaus 1903 ... erbaut; westlich rechtwinklig angesetzter Flügel mit eingestelltem Treppenturm 1905 ...; mit Ausstattung; Remisen-/Garagengebäude gleichzeitig. - Blumengarten und ausgedehnte Parkanlage 1903/05 nach Entwurf Seidls.” (BLD); (Bis heute mit Original-Inneneinrichtung erhalten);
1905 alte Turnhalle (1989 abgerissen); 1906, Untermarkt 5, angesetzt an die “Maria-Hilf-Kirche”, barockes Türmchen, St. Georgs-Bogen; 1908-10, Kohlgruber Straße 43 “Villa Tappeiner” “mit Mansardwalmdach und Laube mit hölzernen dorischen Säulen.” (BLD); 1908-09, Hechendorfer Straße 5, Bahnwärterhaus “mit Zeltdach, Kastengesims und Eckfenster.” (BLD); 1909-12, »Mayr-Graz-Weg 12/14, Mädchenschule; 1911/12 Villa Ysselstein; 1913/14, Oberried, Haus Nr.1: “Landhaus Feuchtmayr, erdgeschossig mit hohem Mansardwalmdach und halbrundem Turmerker. ... Nebengebäude (Geflügelhaus und Dienstbotenwohnung) ... Stallanbau 1919. - Blumengarten und Parkanlage mit ›Gloriettl‹.” (BLD);
seit 1906: Mit seinen Künstlerfreunden und den Bürgern künstlerische Neugestaltung des Ortsbildes: “... es möge der Markt Murnau durch Bemalungen der Häuser, geschmackvolle Anstriche zusammenhängender Gebäudegruppen, charakteristischer Gewerbsembleme, durch kleine bauliche Abänderungen, Baumpflanzungen, Blumenfensterschmuck, Ruhplätzen vor den Häusern nach einem bestimmten, künstlerischen Plan geschmückt werden und Murnau ein Vorbild werden, wie farbenfreudige und behagliche Straßenbilder geschaffen werden können.” (E.v.Seidl);
“Schlichte Fassaden in Rot-, Gelb-, Blau- oder Violetttönen wechselten ab mit solchen, die eine gemalte Fensterumrahmung oder aufwendigeren Schmuck zeigten, so dass ganze Straßenzüge einen spannungsreichen Gesamteindruck boten.” (Jüngling);
Grüngasse, Glasschrein im Torbogen, Entwurf “St.Georg”;
Hechendorf: 1909, Partenkirchner Straße 10: “Gasthaus mit Zeltdach” (BLD); 1909/10, Bahnhofsweg 7: “Bahnhof Hechendorf, eingeschossiger Bau mit Mansard-Walm und Loggia mit jonischen Säulen.” (BLD); 1915, Bahnhofsweg “Gedächtniskapelle”;
1906-08, Garmisch, »Zoeppritzstraße 42, Walmdachbau mit eingestelltem Erkerturm und Zwerchhäusern, barockisierend “Villa Richard Strauss” (er gehörte zum Freundeskreis E.v.Seidl, auch verwandt mit ihm; Strauss bezahlte die Villa aus den Einnahmen seiner Oper “Salome”) mit großem Park; Thomas-Knorr-Straße 51, “Knorr-Villa” mit Parkanlage (Landhaus, in den 1980er Jahren abgerissen); 1901, Grainau/Hammersbach Marienkapelle (»W.Utz); 1896-99, Partenkirchen, Wilhelm-von-Miller-Weg 10 “Leitenschlößl, Herrschaftsvilla, Walmdachbau mit großen Loggien und kräftigem Belvedereturm, historisierend, mit Jugendstilelementen ... für Wilhelm v. Miller um- und ausgebaut.” (BLD); am 16.7.1899 eingeweiht, Partenkirchen, Brunnen am Floriansplatz, Entwurf (»R.v.Seitz); 1912, München, Tierpark Hellabrunn; 1912/13, Uffing, Pfarrhof; Bücher von E.v.Seidl: Mein Landhaus, Darmstadt 1910 und Mein Stadt- und Landhaus, Darmstadt 1919;
Literatur: Seidl (ausführliche Biographie mit vielen Abbildungen), Salmen1/4, ThB, De, Gebhart1/2, Schedler-Simet1, Krönner1, Wü1, Bössl, Informationsbroschüre, SM, Vignau, Hufnagel, Sudholt, Kratz, DCK 1919/20, Dischinger2, Ostler2, BLD, Kühn, Alckens, Haas-Gebhard, Reimann1, Naske, Burgmair, Hofer, Oker, Jüngling, Gampe4, Adam/Jocher, Hruschka3; Jahrbuch des Historischen Vereins Murnau, Murnau, 1989 (Abbildungen); GPT 14.10.2000 und “The World of Interiors” 09/2000 über den Landsitz Brey; Waltraud Kunstmann, Der Architekt Emanuel von Seidl, München, 1993;

Seidl, Gabriel von (Prof. Dr.-Ing. h.c.); Architekt, Maschinentechniker, Zeichner; *9.12.1848 München – †27.4.1913 Bad Tölz (Krebsleiden, Grab München im alten Südlichen Friedhof); »M.A.Bayrlacher; Bruder von »E.v.Seidl; Schlosserlehrling bei Maffei in München; ebenda Architektur-Studium am Polytechnikum bei Bauernfeind, Gottgetreu, G.v.Neureuther und Grub, 1870/71 unterbrochen durch Kriegsteilnahme gegen Frankreich;
“Bedeutendster Vertreter der eklektizist. Richtung der Münchner Architektur um die Jahrhundertwende. Bis 1870 Maschinentechniker in der Maffeischen Lokomotivenfabrik. Seit 1871 Archit.-Studium bei Gottfr. Neureuther. 1876/77 in Rom. Gründete 1878 mit »Rud.v.Seitz ein Atelier für Innendekoration.” (ThB); “... bedeutender Baumeister des historisierenden Stils, dessen Bauten sich oft in glücklicher Weise an ältere bayer. Stiltraditionen, bes. des Barock, anschließen." (Reclams);
“Seine gewaltige Begabung war allen Aufgaben gewachsen: der Baukunst, des Städtebaus, der Heimat- und Denkmalpflege, des Kunstgewerbes, der Raum- und Ausschmückungskunst. ... Wo sich aber Altes erhalten und retten ließ, da war Gabriel Seidl nicht minder der ersten, der tapfersten einer, der frisch zugriff. Nicht nur um Denkmäler der Kunst nahm er sich an. Auch der Natur. Daß die Schönheit des Isartales nicht der modernen Industrie und Spekulation verfiel, haben wir zuvörderst diesem Manne zu verdanken." (Doering, 1924);
München, Theatinerstraße 33 Gedenktafel; Ehrenbürger von Bad Tölz und München;
Freundeskreis Walther Siegfried in Partenkirchen; Freundschaft mit »F.v.Lenbach und R.v.Seitz;
»Kaspar Braun;
Werke: Um 1892, Partenkirchen, Grabmal für »F.Barth (in den 1960er Jahren zerstört); 1898, Partenkirchen, Dr.-Wigger-Straße 18 “Haus Riedberg” (mit »A.v.Hildebrand, Umbauten »C.Sattler) für den Dirigenten Hermann Levi; 1887, München, Villa für F.v.Lenbach (heute Städtische Galerie im Lenbachhaus); München, Villa für »F.A.v.Kaulbach; 1896/1900, München, Bayerisches National-Museum; Federzeichnung, 30.8.1891 “Mesnerhaus in Murnau, Innenausstattung, vermutlich von »Balthasar Zwink” (Abbildung Hruschka3); 1911, Grainau, Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, Entwurf, nicht ausgeführt;
Veröffentlichung: Bayerisches Fernsehen 22.9.2001/ 5.5.2002; Literatur: ThB, Doering (Porträt, Abbildungen), Miller, Heilmeyer2, Siegfried1/2, Wolf2, Uhde-Bernays, Reclams, Hufnagel, Alckens, Bössl, BLD, Gebhart1, Naske, Hollweck (Abbildung), Pophanken (Abbildung), Adam/Jocher, Zull2 (Abbildung), Rädlinger;

Seiler, Carl (Prof., Wilhelm Anton); Maler, Historiendarstellungen, Interieurs; *3.8.1846 Wiesbaden – †26.2.1921 München; 1866/67 Studium an der ABK München bei K.Raupp; lebte seit 1895 in München; Ehrenmitglied der Akademie München; Mitglied der MKG; Werke, Gemälde: 1909 “Ettal, Kirche, Blick auf die nördlichen Seitenaltäre” (München, Städtische Galerie im Lenbachhaus), 1912 “Prinzregent Luitpold in der Ettaler Kirche” und “Inneres der Ettaler Kirche” (München, Bayerische Staatsgemälde-Sammlungen); Literatur: BMM, ThB, Boetticher, Jansa, Dr1906-21, Bögle (Abbildungen L.Koch), Schweers, DCK 1905/05/1912/13;

Seitfudem, Hans-Joachim; Bildhauermeister, religiös und profan; *1944; lebt in Bad Kohlgrub, Erlestraße 36; seit 1978 erster Vorstand des Veteranen- und Kriegervereins Bad Kohlgrub; 2002 Kandidat der Freien Wähler zum Kreistag Garmisch-Partenkirchen; »B.Kircher; Werke: “Madonna von Stalingrad”; Oberau, Loisachbrücke, Steinguß “St. Nepomuk”; Literatur: Glas (Abbildung), GPT 29.9./4.10.2000/7.8.2001 (Porträts)/ 1.2.2002/ 21.9.2002;

Seitfuden, Silvia; Faßmalerin; Oberammergau, König-»Ludwig-Straße 24d; Literatur: Buchwieser2;

Seitz, Franz von (Prof.); Maler, Lithograph, Radierer, Kostümbildner, technischer Direktor; *31.12.1817 – †13.4.1883 München (Grab im alten Südlichen Friedhof); Vater von »Rudolf S.; Studium an der ABK München bei Schlotthauer; als Lithograph und Radierer selbständig; 1848 künstlerische Leitung der satirischen Zeitschrift “Leuchtkugeln”; seit 1855 Kostümier des Münchner Hoftheaters; stattete fast alle Werke Richard Wagners aus; 1858 zum Prof. ernannt; 1869 artistischer Direktor der Hofbühne, Leiter der Bühnenausstattung des Hof- und Residenztheaters; 1876 Ehrenmitglied der Münchner Akademie;
“Er ist der eigentliche Schöpfer des Rokoko Ludwig II., worauf dann »Julius Hofmann ab 1880 aufgebaut hat, um es weiter zu entwickeln. ... In München und an Ort und Stelle arbeiteten nach Direktiven Franz Seitz seine Theatermaler »Christian Jank, »Angelo Quaglio, »Joseph de la Paix, und die Maler »Joseph Knab (Außenarchitektur) und »Julius Lange (Raumbilder) wozu noch »Adolf Seder für Einzelentwürfe zur Einrichtung kam.” (Praxmarer/Adam);
Werke, Schloß Linderhof: Entwürfe für König »Ludwig II., Ausstattungsgegenstände, Großteil der Bronzen, Prunkwägen und Schlitten; Schlafzimmer, Entwurf eines Wandfeldes; 1876, Gouache “Muschelthron für die Venusgrotte in Schloß Linderhof”, Entwurf für die blaue Grotte “Muschelkahn” und “Vorentwurf zum Thronsessel mit Baldachin für das Arbeitszimmer” (KL); um 1877, Entwurf für den Pfauenthron im “Maurischen Kiosk” im Park; um 1870 Zeichnung einer türkischen Räucherpfanne für das Königshaus auf der Schachen-Alpe; Kostümierung von fast allen Wagner-Opern;
Literatur: ThB, Boetticher, Heilmeyer2, Kobell, BMM, Hufnagel, Baumgartner, Vignau, Petzet, De, Hojer1, Valentin (Abbildung), Praxmarer/Adam (Abbildungen);

Seitz, Franz Xaver; Photograph; um 1894-1907 Atelier in Garmisch; Werk: 1907 “Gebirgstrachten-Verein-Eschenlohe” (Abbildung Bader); Literatur: Schöll1 (Abbildungen), Schöll2/21/23, Bader, Adam/Jocher (Abbildung);

Seitz, Johann Georg; Federblumenmacher; *24.4.1762; Murnau, Haus “Fuchs auf dem Burggraben” 43/35/35/42, heute Burggraben 14; 1806 Heirat mit Maria Anna Baur, der Witwe von »F.X.Saur; Literatur: Hruschka3;

Seitz, Josef (Ferdinand, “Biffle”); Maler; *12.4.1942 Mittenwald; Lehre an der Schnitzschule Partenkirchen, Studium an der Akademie Köln; seit 1968 Kunsterzieher an einem Gymnasium in Düren;
“Der Kunstexperte Joachim Geil bescheinigt Seitz große visionäre Kraft: ›Durch seinen hochsensiblen Umgang mit unterschiedlichen Wahrnehmungsfeldern wie Musik und Dichtung erarbeitet er in seinen Bildern immer wieder Kombinationen aus Wort und Bild, Durchdringungen von Schriften und Partituren mit Chiffren menschlichen Lebens und Sterbens.‹” (GPT);
Ausstellungen: 2002, Düren und Schloss Burgau; Literatur: GPT 19.2.2002 (Porträt, Abbildung);

Seitz, Joseph I; Federblumenmacher, Blumenfabrikant; *1815 – †1885 Murnau, Haus “Nestler”, 200/209/212, heute Schloßbergstraße 12; Sohn von » Joseph Anton S.; Literatur: Hruschka3;

Seitz, Joseph II (Alois); Federblumenmacher, Blumenfabrikant; *30.5.1793 – †9.3.1858 Murnau, Haus “Seilercaspar” 159/139/140/180, Pfarrstraße 19; Literatur: Hruschka3;

Seitz, Joseph III (Anton); Federblumenmacher, Federmaler, “Murnauer Federn”, Nestler; *16.9.1783 – †9.12.1862 Murnau, Haus “Nestler”, 200/209/212, heute Schloßbergstraße 12; Literatur: SM, Hruschka3;

Seitz, Max (Maximilian); Maler; * um 1937; Werk: Gemälde, 1983 “Spaziergang durch die Partnachklamm” (Architekturbüro »Kröner, hier auch farbliche Gestaltung der Räume); Freundschaft mit »J.Leismüller; Ausstellungen: Kassel, München;

Seitz, Otto (Prof.); Maler; *3.9.1846 – †13.3.1912 München (Grab im alten Südlichen Friedhof); Freundeskreis Walther Siegfried in Partenkirchen; Literatur: BMM, ThB, Boetticher, DCK 1912/13, Jugend, Siegfried1/2, Uhde-Bernays, Hufnagel;

Seitz, Rudolf von (Prof.); Maler, Kunstgewerbler, Innenarchitekt, Illustrator, Konservator; *15.6.1842 – †18.6.1910 München (Grab im alten Südlichen Friedhof); Studium an der ABK München bei »K.v.Piloty; “»Franz Seitz` Sohn und Mitarbeiter Rudolf Seitz wurde der erste Leiter der Restaurierungswerkstätte, aus der die Werkstätten des heutigen Landesamts für Denkmalpflege hervorgingen.” (Petzet);
“Mit dem außer für die Malerei auch für das Kunstgewerbe hervorragend begabten Rudolf von Seitz verband sich »Gabriel von Seidl zur Gründung einer Werkstätte (Firma Seitz und Seidl) für Handwerkskunst und Wohnungseinrichtung. Die Weiterentwicklung dieser Werkstätte beeinflußt das Münchener Kunstgewerbe noch heute." (Doering, 1924);
Freundeskreis Walther Siegfried in Partenkirchen; “... seit 1883 war S. Konservator am Bayerischen Nationalmuseum, seit 1888 Akademieprofessor, seit 1900 geadelt; ... Ss. Wirken zur Hebung des Kunstgewerbes in München war von ausschlaggebender Bedeutung." (Hufnagel);
Werke: Mit seinem Vater für König »Ludwig II. tätig; in Schloß Linderhof wohl viele Entwürfe für Porzellangegenstände; am 16.7.1899 eingeweiht, Partenkirchen, Brunnen am Floriansplatz, Figur “hl.Florian” (Entwurf des Brunnens von »E.v.Seidl); Literatur: BMM, ThB, Doering, Miller, Boetticher, Kobell, Jugend, Siegfried1/2, Uhde-Bernays, Hufnagel, Petzet, Praxmarer/Adam, Adam/Jocher;

Seitz, Sebastian (Seiz); Hinterglasmaler, Maler, Blumen- und Bortenmacher, Gemeinderedner; *8.?1745 – †18.4.1819 Murnau, Haus “Beim Moosham”, 182/162/163/203, Obermarkt 12; 1766, 1770, 1786 und 1795 in Murnau Heiraten; seit 1806 Magistratsrat; Werk: 1809, Murnau, Brunnen vor dem Rathaus, Restaurierung der Marienfigur; Literatur: Baumann, Salmen2 (B.Salmen), SM, Buchner, Ritz2, Gebhart1, Hruschka3;

Selzam, Gerd von (Gerhard); Maler; Partenkirchen; Mitglied des »Kunst Seminars Werdenfels; Gemeinschaftsausstellung: 1986 Murnau;

Senft, Edmund; Maler, Graphiker, Landschaften, Porträts, Blumen, Karikaturist, Pressezeichner; *1888 Straubing – †1966; lebte in München, Biedersteinerstraße 6; zuerst als Volksschullehrer, dann als freischaffender Maler tätig; in München Studium an der KGS dann an der ABK; Studienreisen nach Italien, Großbritannien, Schottland und in die Schweiz; S. malte viele Landschaften um den Staffelsee; Mitglied im RK; Ausstellungen: München, Kunstverein und Lenbachhaus; 2002 Uffing; Literatur: Dr1930, GPT 31.5.2002 (Abbildung);

Seymour-Brunhuber, Christiane (*Brunhuber); Hinterglasmalerin; Mitglied im KBG;
“Christiane Brunhuber verwirklicht ihre drolligen Einfälle (›Paradiesisches Frühstück!‹) in der naiven Sprache des Hinterglasbildes ...” (GPT 1974, »R.Härtl);
“In bunter, teppichartig flächenhafter Manier schildert sie einen ›Leonhardiritt‹ und eine ›Bauernhochzeit‹.” (GPT 1976, »R.Härtl);
Ausstellungen: 1973-80, Garmisch; Literatur: GPT 17.1.1974/ 23.6.1975/ 21.6.1976;

Siegele, Franz; Maler, Graphiker, Landschaften, Berge, Seen, Architektur; *15.6.1885 Schopfheim/Baden – †20.9.1955 München (Grab in Utting/Holzhausen/Ammersee); Schüler von A.Hölzel, »M.Dasio und »M.Z.Diemer in München; ebenda, in Holzhausen, Starnberg und auf der Burg Kipfenberg/Altmühltal tätig; Mitglied der MKG und des RK; Ausstellung: 1936, München, Kunstverein; Werke: Farbstift-Zeichnung “Eibsee"; 1948, Bleistift-Zeichnung “Oberammergau von Osten"; 1949, Blei- und Buntstift-Zeichnung “Oberammergau von Süden"; Kalender: 1942 “Die Strassen Adolf Hitlers"; Literatur: Dr1930, Vo, Scheibmayr2, WK 19/1955, Münchner Merkur 21.9.1955, Pe, BMM;

Siepmann, Friedrich; Architekt; *3.2.1912 – †14.9.1978 Murnau, Am Eichholz 10; Architekturbüro »Wilde und Siepmann; in Murnau 1966-78 im Gemeinderat; Werke Murnau: 1953-55, evangelische Christus-Kirche, Umbau; 1971, Schloßbergstraße 22, gemeindlicher Kindergarten; Literatur: Architektenblatt, A1958/73, Reimann2, GPT 20.7.1974, Hruschka3;

Siewe, Barbara; Photographin; Farchant, Hauptstraße 27; Literatur: A1953;

Simon, Anton (“Silberer Toni”); Silberschmied, “Gold- und Silberarbeiter”; *1882 – †1958 Partenkirchen; war in der dritten Generation Silberschmied in der Ludwigstraße 59 (früher 72);
“Der ›Silberer-Toni‹, der in seinem Geschäft mit jedem Kunden würdevoll verkehrte, ob es nun ein Wamberger Bauer oder Rockefeller persönlich war – mit Ausländern sprach er ein gepflegtes Hochdeutsch – griff vergessene alte Tänze wieder auf und führte sie mit seinen Trachtlern vor. Er handelte auch mit Antiquitäten. Aber den Bauernschmuck, den er einmal erworben hatte, gab er nicht wieder her. Die wertvollsten Stücke vermachte er nach seinem Tod 1958 dem Heimatmuseum. Für ihn war die Kunst handwerklicher Ausdruck seines Stammes, und die Nachfahren sollten sich daran ein Beispiel nehmen.” (Wü2); auch “Silberer-Krippe” im Werdenfelser Heimatmuseum (»Georg Anderl);
Literatur: A1912, A1937/53, GPT 8/1957 (Porträt, Abbildung)/ 18.8.1985, Rehm, Wü2, Werdenfelser Heimatmuseum, Goldenes2 (Porträt), Adam/Jocher;

Simon, Bernhard (“Silberer”); Silberschmied, “Gold- und Silberarbeiter”; *1809 Partenkirchen; 1835 ebenda in der Ballengasse Begründer der Partenkirchner Silberschmiede;
“Damit ist nicht gesagt, daß er nun den ganzen Tag an der Werkbank saß. Das Handwerk ging damals und wohl lange Zeit danach auch noch nebenzu. Die Hauptarbeit brachte die Landwirtschaft. Der Ort war arm, gar zu viele Neuanfertigungen gab es nicht.” (Goldenes2);
1845 Heirat; einige Jahre danach Erwerb des Hauses in der Ludwigstraße 59 (früher 72) und nach 1894 hier Laden; auch König »Ludwig II. war Kunde; S. war Kondukteur bei der Partenkirchner Feuerwehr; Werke: Für Eschenlohe “neue Kanontafeln verferdieget, gläßerne Opferkandeln mit Silber beschlagen”; für Ettal “Rauchfaß und Schieß versilbert”; für die Garmischer Kirche “Kreuzpartikel gebutzt, Gabel angelettet und wieder vergoldet”; für Pfarrer Mayr in Farchant “Rauchmantelschließe” (GPT 8/1957);
Literatur: Buchführung seit 1835 ist erhalten; Rock, GPT 8/1957 (Porträt)/ 18.8.1985, Goldenes2 (Porträt), Ostler2, Praxmarer/Adam;

Simon, Katrin (Annemarie); Malerin, Radiererin, expressionistische abstrakte Acrylmalerei, Monotypien; *30.3.1979 Partenkirchen; in München, Hohenzollernstraße 34 und in Partenkirchen, Fritz-Müller-Straße 30, tätig; seit 1999 Studium an der ABK München, freie Malklasse bei Reipka; 1998 erster Preis Raiffeisen-Malwettbewerb; Mitglied der WEK; Gemeinschaftsausstellungen: seit 1998 Garmisch-Partenkirchen, Marktoberdorf Kunsthalle, München Völkerkundemuseum; Literatur: GPT März 1999; Ausstellungskatalog Bilder – Botschaften, 2000;

Simon, Marion; Malerin, Bildhauerin; Mitglied in “Der Kreis”;
S. “... ist eine gestaltungsfrohe ›Naive‹, die mit reizvoll-klobigen bäuerlichen Holzfiguren, aber auch mit Hinterglasbildern heiter-hintersinniger Thematik oder volkstümlichen Szenen – hier der Zirkus – schmunzelnde Betrachter gewinnt.” (GPT 1971, Abbildung);
“Renommierte Privatgalerien in München und Berlin haben schon Einzel-Ausstellungen von ihren Schnitzereien und Malereien veranstaltet. Die handwerklichen Grundlagen erlernte Marion Simon an der hiesigen Schnitzschule und so stehen ihre Arbeiten durchaus auch in der Tradition der bodenständigen, bäuerlichen Holzbildhauerei und Hinterglasmalerei unserer Heimat. Ja, bei manchen ihrer Hinterglasbilder denkt man sogar an die Votivtafeln als Ausdruck naiver Frömmigkeit. In ihren großen Holzreliefs überrascht die Künstlerin durch Erfindungsreichtum und Erzählerfreudigkeit. Ihre meist der bunten, abenteuerlichen Welt des Zirkus entnommenen Themen spinnt sie mit viel Fantasie und immer neuen Details.” (GPT 1972, »R.Härtl);
Ausstellungen: Seit 1970, Garmisch; 1971, München, Galerie Apel (mit »H.Engerer und »R.Härtl); Literatur: GPT 2.6.1970/ 8.6.1971/ 16.12.1972;

Slawik, Kristiana; Diplom-Designerin, Graphikerin, Farbradierungen, Buch-Illustrationen; *11.08.1949 Neuenhaus/Grafschaft Bentheim; seit 1999 in Murnau, Hermannswies 1, tätig; 1972-76 Studium in Essen an der Folkwanghochschule, Diplom, 1977-82 an der Stiftung “Fundaciòn Rodriguez Acosta” in Granada (Farbradierung);
“Ideen schöpft sie aus der Welt der Musik, der Natur und den Eindrücken, die sie von ihren Reisen mitbringt, vornehmlich aus der arabischen und spanischen Welt. ... Die lebensfrohen, kräftigen Farben des Südens leuchten uns aus ihren Arbeiten entgegen. Die Farbradierungen besitzen eine geheimnisvolle Tiefe und weitere Dimensionen, deren Symbolik sich nicht immer auf den ersten Blick erschließt.” (Werkprospekt);
Ausstellungen: Almuecar/Spanien, Basel, Celle, Diepholz, Erlangen, Göttingen, Hannover, Lübeck Kunsthaus Nordhorn; 2001, Kochel; 2002, Murnau; Werke, Bücher in den Verlagen: Annette Betz/Ueberreuther, Arena, Bleicher, Deutscher Bund für Vogelschutz, Ensslin-Laiblin, Georg Bitter, GEO-Magazin, Fischer, Herder, Insel-Taschenbuch, Lambert Schneider, Schaffstein, Weltbild; Literatur: GPT 26.4.2002 (Porträt);

Smith, Frank (Prof., Eugene); Photograph, Maler, Landschaften, Porträts, Teppichzeichner; *12.9.1865 New York – †1936 München; 1886-94 Studium an der ABK München, “Naturzeichenklasse” von Johann Caspar Herterich und “Mal- und Komponierklasse” von »W.v.Diez; 1894/95 Rückkehr nach New York; seit 1902 lebte er in München; 1907 Lehrer für künstlerische Porträtphotographie an der Münchner Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie; 1913-27 Lehrstuhl für Naturphotographie an der Königlichen Akademie für graphische Künste in Leipzig; 1927 Rückkehr nach München; Freundeskreis »E.v.Seidl, Eintragungen im Gästebuch von 1906-1917;
Werke: E.v.Seidl, Mein Landhaus, Darmstadt 1910 (zu diesem Werk mehr als 50 Photographien); Sammlung des Photomuseums im Münchner Stadtmuseum; Literatur: Seidl, Dr1930;

Socher, Manfred; Photograph, Landschaften, Natur “... in denen das Bild von Pflanzen und Tieren künstlerischer Gestaltung sehr nahe kommt.” (GPT); *Garmisch-Partenkirchen; ebenda, Höllentalstraße 19, tätig; Ausstellung: 2001, Garmisch-Partenkirchen, Burgrain; Literatur: GPT 9.11.2000;

Söhl, Fridolin; Keramikmeister; *9.10.1912 – †20.1.1992; 9.2.1936-23.5.1949, unterbrochen durch den Krieg, bei der Kocheler Keramik tätig (»E.Groeber); Literatur: Kellner;

Sohl, Will; Maler, Freskant, Aquarellist, Zeichner, Lithograph, Landschaften, Figürliches, Stilleben, Mosaik-Entwurfszeichner, Glasmalerei-Entwurfszeichner; *17.6.1906 Ludwigshafen – †1969; lebte in Heidelberg; Studium an der ABK Düsseldorf bei H.Nauen; Leiter der Fachklasse für Wandmalerei an der Werkkunstschule Darmstadt; Werk: Gemälde “Staffelsee”; Literatur: ThB, Vo, Pe, Schweers, Gorenflo, Kürschner;

Sollmann, Paul; Maler, Aquarellist, Graphiker, Landschaften, Architektur; *15.9.1886 Coburg; in Rothenburg o.T. tätig; Studium an der Kunstschule in München und an den Akademien in Rom und Paris; 1912-21 in Spanien tätig; lebte seit 1940 in Uffing;
“Nach seiner Niederlassung in Uffing wurden Sollmanns Ölbilder in der Pinselführung lockerer und großzügiger, in der Auffassung der Landschaft farbiger und impressionistischer. Er schuf weiträumig komponierte Voralpenansichten voller lichterfüllter Atmosphäre. Den Maler faszinierten dabei die vielgestaltigen Wolkenbildungen über den im Hintergrund aufragenden Gebirgsketten, die er mit raschem und sicher geführtem Pinsel auf die Leinwand bannte, dem flüchtigen Augenblick Dauer verleihend.” (GPT 1998, »R.Härtl);
Ausstellung: 1998, Uffing;
Werke: Coburg, Städtische Sammlung; “Marktplatz in Untergrainau”, als Ansichtskarte erschienen; Radierungen: “Floriansplatz im Winter”, “Kreuzstraße”, “Wegkreuz” und “Alpspitze” (MGP); Literatur: ThB, Vo, Dr1930, GPT 11.12.1987/ 4.6.1998 (Abbildung);

Sonner, Karl; Freskant, Maler, Lithograph, Landschaften, Gebrauchsgraphiker, Fachlehrer; *14.4.1889 München – †28.9.1970 Schönbrunn/Dachau; Lithographenlehre; um 1907 Studium an der KGS München bei K.Wahl dann an der ABK bei G.v.Hackl; seit etwa 1910 als freischaffender Künstler tätig; 1913-68 lebte S. in Graßlfing/Fürstenfeldbruck; 1927-39 leitete er eine Malschule;
“Bekannt wurde er zunächst als ›Lüftlmaler‹ an fast unzähligen oberbayerischen Bauern- und Wirtshäusern. Stilecht bemalte er Bauernschränke, Türen, Möbel aller Art. ... Reich ist er natürlich nicht geworden: das Fünfmonatsseminar in der Malschule kostete 150 Mark und die meisten seiner Bilder bekamen Bekannte, für ein freundliches Wort, ein paar Mark oder eine Tasse Kaffee.” (Well); Mitglied im RK; Werke: 1919, München, Mappenwerk “Bauernmalerei”; 1922 “Bemalte Möbel”; Fassadenmalereien: Bad Kohlgrub, Rathaus; Garmisch und Kochel; Literatur: BMM, ThB, Dr1930, DCK 1922/23, Well;

Speer, Albert (Prof., Dipl.-Ing.); Architekt, Städteplaner; *1934 Berlin; ...

Speer, Martin (Johann); Maler, Radierer; * um 1702 Regensburg? – †28.10.1765 Regensburg; Studium an der Akademie Wien; in Italien, Neapel, weitergebildet; “... malte gute Darstellungen aus der geistlichen Geschichte. Seine Farben fallen stark ins Bräunliche. Er war ein Schüler oder wenigstens Nachahmer von Solimena. Er ätzte auch schön in Kupfer.” (Campe, 1833);
Werke: Bad Kohlgrub Pfarrkirche St. Martin, 1729 Altargemälde St. Martin (Zuschreibung), 1738 Kreuzweg?; 1734 datiert, Garmisch, neue Pfarrkirche St. Martin, Gemälde “St. Martin” (Kopie A.van Dycks); Literatur: Campe, Ober, ThB, De, Wü1; D.Bleier, Die Herkunft des Barockmalers M.S. ..., in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, 1999;

Spethmann, Albert; Maler, Landschaften; *27.7.1894 Hamburg/Altona – †24.12.1986 Berlin; Studium an der Akademie Düsseldorf bei W.Spatz und an der ABK München bei H.v.Habermann; S. lebte seit April 1921 in Bad Tölz; Mitglied der MKG, im Kunstverein und im RK; Ausstellungen: Jährlich, München, Haus der Kunst; Werke, Gemälde: Museen Düsseldorf und Pforzheim; 1924 “Sturm am Walchensee” (Hamburger Kunsthalle, Abbildung BMM); “Wallgau” (MKG); Literatur: ThB, Vo, 100 Jahre MKG (Abbildung), BMM, Dr1930, Schweers;

Spiegel, Ferdinand (Prof.); Maler, Graphiker, Dekorationsmaler, Illustrator; *4.7.1879 – †1950 Würzburg; Schüler von »J.Diez in München; ebenda Illustrator für die “Jugend” und den “Simplicissimus”; seit 1916 Prof. in Berlin; Freundeskreis »E.v.Seidl; Werke: Seit 1906 in Murnau an der künstlerischen Neugestaltung des Ortsbildes, so Buchbinderei Jakob Falch (neben dem Rathaus, Haus Nr. 174), beteiligt; Gemälde, 1912 “Kirche in Mittenwald” (MGP); Literatur: ThB, Vo, BMM, Gorenflo, Dr1930, Scholz 1/3/1939, WK 1950, Jugend, Seidl, Schuster1, Salmen1;

Spieß, August (Spiess); Historienmaler, Illustrator, Freskant; *18.1.1841 – †vor 16.7.1923 (Begräbnis) München; 1858-62 Studium an der ABK München bei P.v.Foltz; als Freskant für König »Ludwig II. in den Schlössern Linderhof und Neuschwanstein tätig; Werk: 1884/85 in Schloß Linderhof, Deckengemälde im Schlafzimmer “Apotheose Ludwig XIV.”; Literatur: BMM, ThB, Boetticher, Kobell, Dr1921, Uhde-Bernays, Miller, Petzet, Praxmarer/Adam;

Spitzweg, Carl; Maler, Zeichner, Illustrator, weitgehend Autodidakt, Dichter, Apotheker; *5.2.1808 – †23.9.1885 München (Grab im alten Südlichen Friedhof); ...

Sponnier, Anja; Keramikerin, Radiererin, jetzt nur noch Malerin; *6.7.1946 Murnau; Tochter von J.Sponnier; Mutter von »M.Vögele; seit 1989 Atelier in I-25010 Tremosine (BS), Via Mezzema 1; S. lebte 1964-74 in Seehausen dann in Murnau, Hagener Straße 22, neben Italien bis heute; 1965-69 Ausbildung zur Keramik-Porzellan-Malerin; auch Schülerin von »Hans Sponnier sen.: “1966 hatte er mich das Radieren gelehrt: mit der ihm eigenen höchsten Sorgfalt gab er Einblick in seine Technik der außergewöhnlich feinen Strichsetzung, in seine Kunst der Nuancierung schon im Umgang mit der Radiernadel auf dem blanken Kupfer.” (Sponnier);
dann als Graphikerin, Industriekauffrau und 1980-82 als Cytologie-Assistentin tätig; jetzt Malerin: “Aquarelle, Radierungen, Zeichnungen, Keramikfiguren (kleine) vornehmlich jetzt größere Bilder auf Leinwand; neben allem was sich bewegt (auch die Erde!) leidenschaftlich religiöse Thematik (Madonna, Jesus Chr., Engel, Hl. Dreieinigkeit, Heilige ...” (Anja Sponnier, 2001);
Mitglied im Heimatverein Seehausen, seit 1994 in der Gesellschaft für Christliche Kunst München und in der Gruppo Amici del Arte Salo; Ausstellungen: 1974 Garmisch-Partenkirchen, München (3 mal), Soest, Athen, Glonn, Tremosine, Riva, Wien, Bologna, Florenz, Paris, Barcelona, Rom;
2002 Seehausen; Werke: 4 Gemälde im Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover; 6 Gemälde im Bischofssitz von Verona; Literatur: Sponnier, GPT, Hruschka3 (Abbildung); Völkerkunde-Museum München “Der Weg zum Dach der Welt”; viele italienische Kataloge;

Sponnier, Hans (sen., Johannes Eberhard Wilhelm); Maler, Aquarellist, Graphiker, Radierer, Landschaften, Murnauer Moos, auch Aquatintaradierungen; *23.6.1889 Werl/Westfalen – †14.4.1970 München (Klinik); Studium an der Knirrschule, an der Radierschule Brockhoff und an der ABK München bei »P.v.Halm; 1913 Heirat mit Margarethe Schmidt aus Soest; in München tätig; 1919 in Murnau erste Wohnung in der Griesbräustraße 104; 1936 Hausbau in Murnau/Weindorf, Hagener Weg;
“›Ein unbestechlich scharfes Auge und eine subtilste Feinheiten auf das Papier bannende Hand kennzeichnen seine Bilder. Streng vom Gegenständlichen herkommend blieb Sponnier unbeirrt von den einander ablösenden Kunstrichtungen sich selber treu ...‹ schrieb Rudolf Preising. Ich selber lernte in meinem Großvater außer dem Bergsteiger und Skiläufer einen strengen Lehrmeister der Kunst kennen. Noch im Vorschulalter nahm er mich mit auf ›seine‹ Hütte am Heimgarten. Er hatte sie erbaut mit Freunden, die er in der Bergwacht gefunden hatte. Dieser Vereinigung blieb er treu bis ins hohe Alter. Zu jeder Jahreszeit stieg er auf zu diesem Refugium. Erinnerungen wie morgendliches Tautreten – er war Frühaufsteher, das Beobachten eines Fuchses in der Abenddämmerung oder das Aufgehen des Mondes und der Sterne die er mir alle erklären konnte, werden wach. Ja er war ein Romantiker – wie es viele seiner Radierungen beweisen, wie ›Abendstimmung am Heimgarten‹, ›Mondnacht am Staffelsee‹...” (Sponnier);
Mitglied im RK; Ausstellungen: 1922, 1934 und 1997, Murnau; 1940, Hagen; 2002, Seehausen; Werke, Radierungen: “Bergkreuz auf Heimgarten-Gipfel”, “Der Pantlkeller”, “Loisachtal mit Blick auf Eschenlohe”, “Ramsachkirchlein St. Georg”;
Veröffentlichung: Bayerisches Fernsehen 1997 (Porträt); Literatur: Vo, Gebhart2 (hier viele Abbildungen), Dr1930, Scholz 6/1940, Salmen1, Gebhart1, SM, GPT 6.12.1997, Sponnier (Porträt), Murnauer Tagblatt 11./13./30.8.1934, MAM, Hruschka3 (Abbildung);

Sponnier, Johannes (jun., Hans, Franz Rudolf); Bildhauer, Botaniker; *15.5.1918 München – †5.3.1994 Murnau, Leitenweg 12; Sohn von »Hans S.; Vater von »A.Sponnier; Lehre an der Schnitzschule Partenkirchen, Studium an der ABK München;
“Die Liebe zu den Bergen führte Vater und Sohn bei gemeinsamen Touren zu hohen Gipfeln des Wettersteines, Karwendels und bis in die Zentralalpen.” (Sponnier);
“Sein eigener Alpengarten am Oberen Leitenweg war der schönste weit und breit.” (GPT);
Ausstellung:
2002 Seehausen; Literatur: Sponnier, A1973, GPT 26.5.2001 (Porträt);

Sporrer, Philipp (Prof., Sporer, Signatur: Sporrer); Maler, Illustrator, Aquarellist, Lithograph, Zeichner, Landschaften, Figuren, Porträts; *30.4. (1.5.?, ThB) 1829 Murnau – †30.7.1899 München; 1845-48 in Murnau Lehre bei einem Schildermaler; 1848-50 Studium an der ABK München bei P.v.Foltz, A.Gräfle und »M.v.Schwind; 1857 Wohnrecht in München; 1871 Assistent, seit 1876 Prof. für Malerei an der Technischen Hochschule München; Freund und Vorbild war »Spitzweg (Porträt, München Neue Pinakothek, Abbildung BMM): “Als früher Spitzweg-Fälscher wird Philipp Sporrer ... identifiziert. Er besuchte und porträtierte sein Vorbild – er imitierte leider auch das S im Rhombus, ..." (WK 2/2003, R.Müller-Mehlis);
“... ein einfacher, liebenswürdiger und bescheidener Charakter, voll Schaffensfreude, von ihm stammen zahlreiche Porträts Murnauer Bürger” (Gebhart2);
Straßenname in Murnau;
Werke: Aquarelle: “Staffelsee bei Sonnenuntergang”, “Staffelsee bei Murnau” (München, Staatliche Graphische Sammlung, erstmals veröffentlicht bei Wege); Gemälde: 1853, “Primizsegen am Soller” (Murnau), 1854, Schützenscheibe “Schießen am Eichholz” (Murnau, Rathaus: “Er bekam dafür 15 fl aus der Marktkasse” Gampe3); 1855 “Murnau von Westen” (Murnau Schloßmuseum, Abbildung Gampe3); 1856 “Der Schmied von Kochel” (Mönchengladbach, Galerie Cohnen, Abbildung BMM, “Der Schmied von Kochel ist eine unhistorische Erscheinung, die erst durch eine Dichtung F.J.Grubers aus Neunburg vorm Wald volkstümlich wurde." (Alckens), Milwaukee Art Center, München Neue Pinakothek; 1884, Gemälde “Bildstöckl” (MGP); Lithographien, 1855: “Schloß gegen West.”, Murnau; “Insel Wörth gegen Ost.”, “Murnau gegen Nord” (in Simon Baumann, Geschichte des Marktes Murnau, 1855);
Literatur: ThB, BMM, Baumann (Abbildungen), Dingler1, WS, Geschichte2, Boetticher, Wege, Wi, Gebhart1/2, SM, Schweers, Uhde-Bernays, Gampe1/3, Hruschka3 (ausführlich, Abbildungen), WK 2/2003;

Stadlberger, Hans; Maler, Zeichner, Radierer, Landschaften, Chiemsee, Berge, Porträts; *9.8.1892 Passau; in München tätig; Studium an der ABK München bei »H.Groeber und kurz bei »O.Gulbransson und J.Heß; Mitglied der MKG und im RK; Ausstellungen: Münchner Glaspalast, Haus der Kunst und im Berufsverband an der Maximilianstraße; Werke: Bilder aus dem Werdenfelser Land; Literatur: Vo, 100 Jahre MKG (Abbildung), BMM, Dr1930, Schweers;

Stadler, Christine; Bildhauerin, Keramikerin, Sakrales; *26.10.1922 Eggstätt/Chiemsee; in München tätig; 1946-48 Studium an der Kunstschule Prien bei Maxon und Lüdike, 1948-50 Bildhauerlehre in München bei O.W.Hartl, 1950-56 Studium an der ABK München bei A.Hiller, zuletzt Meisterschülerin; in München tätig; Jurymitglied der MKG und im BBK, Jury- und Vorstandsmitglied in der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, Komiteebeirat in der Internationalen Gesellschaft für christliche Künstler;
“Die ruhige Geschlossenheit und starke, klare Sprache, die aus den großflächigen Plastiken von Christine Stadler spricht, beherrscht auch jede ihrer kleinen Keramiken. Trotz ungewöhnlich asymmetrischer Formen wirken sie niemals konstruiert, sondern sind natürlich und organisch gewachsen. Eine eigene Spannung läßt jedes Stück zu einem abgerundeten, kleinen Kunstwerk werden.” (Die Kunst, Gisela Rahm);
Ausstellungen: München, Haus der Kunst (Katalog 1960) und viele weitere in Europa;
Werke, Bronzeskulpturen: In vielen Kirchen, Kloster Ettal, Basilika “Pater Rupert Mayer”, 1970 Vatikan “Kruzifixus – Karfreitag”; 1980 “Das Ja der Maria”, Geschenk für den Papst von Kardinal J.Ratzinger, aus seinem Schreiben: “Auf der anderen Seite der Gloriole, die Maria umschließt, findet sich das Kreuz, so daß Maria gleichsam mit an das Kreuz geheftet ist, den Gekreuzigten trägt und andererseits von ihm umschlossen wird. Der Gekreuzigte ist so geformt, daß er schon aus dem Kreuz herauszutreten scheint, also Passion, Ostern und Parusie in sich trägt. Auf diese Weise soll zugleich die christologische Zentrierung der Ekklesiologie, aber auch die marianische Grundierung aller christlichen Theologie und Frömmigkeit angedeutet werden ...” (Ki);
Literatur: Vo, Hartmann (Abbildung), Ki, Bögle, Die Kunst 1958 (Abbildungen);

Stadler, Helene (“Schilchergregori”); einzige um 1905 verzeichnete Holzschnitzerin; *1852 Oberammergau, Untere Dorfstraße 166a; Literatur: A1912/22, Buchwieser1;

Stadler, Johann Georg (“Tanzer”); Holzschnitzer, Faßmaler, Pferde; *12.2.1786 – †8.3.1846 Oberammergau; 23.1.1815 Heirat mit Maria Anna S.; Eltern von »Franz Alois, »Johann Baptist und wahrscheinlich »Melchior S.; mit seiner Familie 1830-39 als Lieferanten für »Georg Lang sel. Erben mit etwa 8000 Pferden verzeichnet; Literatur: Zull1, Schneiderhan;

Stadler, Josef (“Hennelejosef”); akad. Bildhauer; *25.10.1872 – †22.4.1955 Oberammergau, Bahnhofstraße 1c; 1934/50 Tenorsolist bei den Passionsspielen; Literatur: A1912/22, Feldigl, Blath, Schneiderhan, Buchwieser1;

Stadler, Toni von (Anton); Maler, Zeichner, Lithograph, Landschaften; *9.7.1850 Göllersdorf/Niederösterreich – †17.9.1917 München; 1873-78 Schüler von Paul Meyerheim in Berlin; seit 1878 Studium an der ABK München bei Neubert, Schönleber und »Stäbli; 1893 Mitbegründer der Münchener Secession; 1937, Gedächtnisausstellung, München (Katalog); Werke: In Museen; Gemälde “Landschaft mit der Zugspitze” (Dresden, Abbildung Uhde-Bernays); Literatur: BMM, Wege, Reitmeier, ThB, Wi, Wietek, Jugend, Wichmann1, Schweers, Uhde-Bernays, Ruhmer3, Schuster1;

Stäbli, Johann Adolf (Prof.); Maler, Zeichner, Aquarellist, Radierer, Landschaften; *31.5.1842 Winterthur – †21.9.1901 München; erste Studien bei seinem Vater Rudolf S.; 1859-62 Schüler von R.Koller in Zürich, 1862-64 Schüler von J.W.Schirmer und L.Des Coudres in Karlsruhe; Freundschaft mit »Hans Thoma; 1864/65 Studium in Dresden; Studienreisen nach Mailand und Paris (1866/67); seit 1869 in München tätig; Mitglied der MKG; »Adolf Lier war dann sein Lehrer; S. wurde nach einer wirtschaftlich schweren Zeit 1898 Prof. an der ABK München;
“Er war reiner Maler, Landschaftsmaler; die Schweiz, die oberbayerische Hochebene, der Harz liefern ihm die Motive. Seine Bilder malt er nach den vor der Natur geschaffenen Skizzen oft in freier Abwandlung im Atelier fertig.” (Well); “sein Lieblingsaufenthalt war die Gegend zwischen Weilheim und Murnau” (Gebhart2); Freundeskreis Walther Siegfried in Partenkirchen; Freundschaft mit »F.A.Kaulbach;
Werke: Gemälde: “Wettersteingebirge” (München, Städtische Galerie im Lenbachhaus), “Hof Schlattan bei Partenkirchen” (München, Stadtmuseum) und “An der Ammer bei Polling” (Winterthur); Museen: Brugg, Stäbli-Stübli (im Stadthaus); Aargauer Kunsthaus Aarau; Kunstmuseum Winterthur; Winterthur, Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten; Zürich, Graphische Sammlung der ETH; Kunsthaus Zürich; Kunstmuseum St. Gallen; München, Neue Pinakothek und Staatliche Graphische Sammlung; Gemälde “Partenkirchen vor dem Brand” (MGP);
Literatur: Sikart (ausführliche Biographie mit Literaturverzeichnis), BMM, ThB, Boetticher, Gebhart1/2, Wolf2, Hanfstaengl, Siegfried1/2, Jugend, Kreidolf1, WK 6/1982, Schweers, Uhde-Bernays, Well, Aigner;

Stalling, Ingeborg; Malerin, Bildhauerin, Bronzen, abstrakt; *Kiel; seit 1962 in Bayern, jetzt in Garmisch tätig; bis 1985 Arbeit als Zahntechnikerin; seit 1996 Mitglied im KBG, Jurymitglied;
“Die Bildhauerin fasziniert das Wechselspiel zwischen Kanten und Rundungen, Volumen und Hohlräumen, konvexen und konkaven Ausbuchtungen, die Oberflächenspannungen erzeugen. Ingeborg Stalling hat sich seit Jahren in der Erarbeitung harmonischer Formen perfektioniert. Ihre Bronzeskulpturen sind trotz ihrer vom Material vorgegebenen Statik voller Bewegung, gleichzeitig aber auch erfüllt von Ruhe und Harmonie.” (KB);
Ausstellungen: Bad Säckingen, seit 1995 Garmisch-Partenkirchen, bis 2001 regelmäßig im Pianohaus Stalling; Juni 2000, Murnau Galerie “Die Tür”; Passau, Weilheim; Literatur: GPT 5.4.2000, KB 22.11.2000, KBG; Mg: J.St.;

Stallinger, Rosina; Federblumenmacherin; *1782 – †1864 Murnau; “... geborene Gastl (Tochter des Händlers »Johann Georg Gastl), seit 19.6.1818 Frau des Zimmermanns Matthias Stallinger, Haus ›Bildhauer‹ 151/130/131/152, Schützenplatz 5.” (Hruschka3, B.Salmen); Literatur: Hruschka3;

Stamm, Stephanie; Malerin, modern, plakativ, mit Plaka, Aquarell und Tusche; *15.11.1976 München; am Walchensee aufgewachsen, Abitur am St.-Irmengard-Lyzeum; 1997-2000 Graphik-Studium an der Akademie U5 in München, Diplom; seit 1993 Gewinn vieler Malwettbewerbe; Ausstellungen seit 1994: Frankfurt/M., Garmisch-Partenkirchen, Kaufbeuren, Walchensee;

Stanek, Ivonn; Holzbildhauerin; Oberammergau, Franzosengasse 11; Literatur: Buchwieser2;

Stangl, Eleonore; Keramikmalerin; Garmisch, Riedwiesenstraße 4; Literatur: A1953;

Stankovic, Nada; Ausstellung: 2002, Garmisch, evangelische Christuskirche: “Fuß vor Fuß setzen die Unzähligen, die nur bis zum Knie sichtbar sind – steigen hinauf zur Mitte des Bogens, treten auf der Stelle und verschwinden wieder. ›Schrittfolge‹ nennt Nada Stankovic, Kunsterzieherin am Werdenfels-Gymnasium und Mitglied der Münchener Künstlergruppe ›Caduta Sassi‹, diese Video-Installation ..." (GPT, G.Bruner); Literatur: GPT 12.10.2002 (Porträt, Abbildung);

Stanukowitsch; Malerin; *Rußland; 1901/02 Studium an der Malschule “Phalanx” in München bei »Kandinsky mit »Gabriele Münter, Studien in Kochel; Literatur: Hoberg;

Steck, Christa (*Huth, Gundula); Schauwerbegestalterin, Graphikerin, Malerin, Hinterglasmalerin, Blumen, Landschaften, Akte, Porträts, Linoldruck, Plakate; *30.12.1942 Lemberg/Polen; seit 1975 in Garmisch, Fichtackerstraße 23, tätig (Telephon 0 88 21/ 5 55 01); 1957-59 Lehre als Dekorateurin; Schülerin und Nachlassverwalterin von »C.Burges; 1970-2000 Teilnahme an Plakatwettbewerben in Bad Mergentheim, Würzburg, Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau; Mitglied der Werdenfelser Künstler e.V.; Ausstellung: 2002, Garmisch; Literatur: GPT Nov. 1995/ 17.1.2002; Mg: Ch.St.;

Steffan, Johann (Gottfried); Maler, Lithograph, Radierer, Landschaften; *13.12.1815 Wädenswil/Zürich – †16.7.1905 München; Lithographische Lehre bei Allmann; 1833 Lithographische Anstalt von Zach und Bodmer, München; Studium an der ABK München bei C.v.Zimmermann, P.v.Cornelius und »P.v.Hess; zahlreiche Studienreisen in die Alpen; Werke: 1862 “Eschenlohe bei Partenkirchen”, Gemälde (Abbildung WK 9/2000); “Partenkirchen vor dem Brande”, Vorzeichnung für den Holzstich; Literatur: BMM, ThB, Jean-Petite-Matile, WK 16/1975, Heck, Wichmann1, Schweers, Uhde-Bernays, Bühler;

Steidle, Annemarie; Hinterglasmalerin; *1929 Oberammergau; ebenda, Ludwig-Thoma-Straße 2, tätig; vor 1951 ein Jahr an der Schnitzschule Oberammergau; 1951 Heirat; seit 1980 Hinterglasmalerei: “Meine Bildthemen entwickeln sich spontan, oftmals erst im Verlauf einer Arbeit.” (Lang); Ausstellungen: Oberammergau Pilatushaus, Schongau Stadtmuseum; Werk: “Kofelhex” (Abbildung Lang); Literatur: KHW, Lang, Buchwieser2, GPT 13.3.1996;

Steidle, Hermann; Maler, Graphiker; *30.5.1929 Garmisch; 1947/48 Studium an der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker in München, 1950-55 an der Folkwang-Werkkunstschule Essen und 1955/56 an der ABK Düsseldorf; manueller Kupferdruckmeister; in Essen-Werden, Abtei, Im Torbogen, tätig; Lehrer für Schrift im Abendunterricht an der Folkwangschule; Literatur: Vo, Kürschner;

Steidle, Thomas; Bildhauer; *12.7.1957; in Oberammergau, Ettaler Straße 15, tätig; 1973-76 Lehre an der Schnitzschule Oberammergau; seit 1981 selbständig; Ausstellung: 2000, Oberammergau; Werk: “Kamel” (Abbildung Lang); Literatur: Lang, Buchwieser2;

Steidler, Monika; Federblumenmacherin; Murnau; “... verkaufte 1785 Federblumen zum Beispiel in Bodenmais: ›Der Blumenstöckmacherin ... sind um 6 Stücke Maybisch (für die Bergkirche) von dreierley Gattungen à 4: et 3: et 1 fl 16 kr bezahlt worden.‹” (Hruschka3, B.Salmen); Literatur: Hruschka3;

Steigenberger, Katharina; Federblumenmacherin; Murnau; “... vielleicht geborene Seitz und seit 3.7.1770 Frau des Boten Ulrich Steigenberger, sowie ›Baaß‹ (Base) »Elisabeth Bräu. Sie betrieben um 1780 Blumenherstellung und Handel, auch mit Glasbildern u. ›Pley ramen‹.” (Hruschka3, B.Salmen); Literatur: Hruschka3;

Stein, Heinrich; Maler, Aquarellist, Landschaften; *1847 Würzburg – †25.8.1913 Garmisch (Grab in Würzburg); Studium in München, Italien und Paris; in Würzburg tätig; lebte 1877 und später in Kleinsassen/Rhön: “... war taub u. lebte daher zurückgezogen ... wohnte wohl im Malerhotel Kreyfelt [Kleinsassen] ...” (Wollmann);
“Philipp Franck, der spätere Mitbegründer der Berliner ›Sezession‹, der ihn persönlich gekannt hat, bezeichnete ihn als ›talentvoll‹, andere Künstlerkameraden nennen ihn ›faul‹. Ganz oben unterm Dach wohnte er im Hirschen [S. war der jüngste Sohn des einstigen Hirschenwirtes in
Würzburg], in einem dort eingebauten Atelier. Da er taub war, wie Prechtlein, konnte er sich mit niemandem unterhalten, und so saß er meistens im Lokal bis um 3 oder 4 Uhr in der Frühe und trank Grog. Dann schlief er bis in den Nachmittag hinein, und nach einem kleinen Bummel durch die Stadt landete er wieder an seinem Stammtisch, und so ging das Spiel weiter, Tag um Tag. ... In seinen Arbeiten bekundet er ein entschiedenes Talent und eine feine Auffassung der Natur, die er in gewissenhafter Treue und in frischer Technik wiederzugeben vermochte. Als Mensch war er ruhig und bescheiden, aber ohne jede Energie; dies war dem Wachstum seines schönen Talents wenig förderlich. Einige Jahre vor seinem Tode zwang ihn der Verlust seines ererbten Vermögens, im ›Bürgerspital‹ Zuflucht zu suchen – auf Kosten seiner Künstlerkameraden, die eine Sammelliste für ihn auflegten. Ein schleichendes Leiden setzte dem Leben des 68jährigen am 25. August 1913 ein Ende, als er in Garmisch bei seiner Schwester zu Besuch weilte.” (Dikreiter);
Literatur: Dikreiter, Wollmann (Abbildung), Pe;

Steinberg, Jacqueline (Dipl.-Ing. FH); Architektin; Garmisch, Loisachstraße 2, Parkstraße 19; Literatur: Architektenliste;

Steiner, Josef; Maler, Graphiker, Radierer, Landschaften; *17.9.1899 München; lebte um 1965 in München, Georgenstraße 59; Studium an der ABK München bei K.Killer und A.Jank und an der ABK Berlin bei Hofer; Mitglied im RK; Werk: Gemälde “Die Zugspitze bei Garmisch” (1965, Große Kunstausstellung im Haus der Kunst, München); Literatur: ThB, Vo, Dr1930, Ruf2, Pe, Gorenflo;

Steinert, Eberhard (Dipl.-Ing.); Architekt; Partenkirchen, »Prof.-Wackerle-Straße 13; Mitglied des Wessobrunner Kreises; Werk: Partenkirchen, Gamsangerweg, Realschule, künstlerische Ausgestaltung des Pausenhofs mit »W.Guglhör (Wettbewerb):
“Die optische Anbindung der Gestaltung des Hofes an die Architektur des Gebäudes erreichte Steinert durch ein System konzentrischer Kreise, deren Bahnen ebenfalls aus rotem Klinker bestehen und die in das aus grauen Granitkopfsteinen gebildete Pflaster verlegt wurden. Diese Kreise nehmen ihren Anfang an den einzelnen Stützbalken der Balkone, die wiederum in ihren Abständen zueinander dem der Konstruktion des Gebäudes zugrunde liegenden Raster (Modul) entsprechen. Die konzentrischen Kreise streben im Hof einem gesuchten Mittelpunkt entgegen, in dem sich – weithin sichtbar – eine schlanke Säule aus geöltem, ansonsten aber naturbelassenem Fichtenholz erhebt, die von einem geschmiedeten Wetterhahn gekrönt wird, der die vier Himmelsrichtungen anzeigt (von »J.Schrallhammer).” (GPT »R.Härtl);
Literatur: Architektenliste, GPT (Abbildung)/ 15.2.2002 (Porträt);

Steininger, Otto; Friseurmeister, Hinterglasmaler; *1929; in Penzberg tätig; lebte um 1941 in Murnau, zu dieser Zeit Schüler von »Rambold: “›Magst as aa amal probiern?‹ hatte ihn der Rambold Heini damals gefragt. Natürlich hat`s der Otto probiert, und nachdem ihm sein Lehrmeister ein paar Farben geschickt hatte, fing er selber zu pinseln an. Sechsundzwanzig Jahre sind darüber vergangen; zu pinseln hat der Otto seitdem nicht wieder aufgehört. Nur das eine: Pinselei kann man sein Tun heute weißgott nicht mehr heißen. Es ist nicht nachempfundene, nicht nacherlebte, sondern selbstempfundene und täglich neu erlebte Volkskunst, die gespeist wird von urbairischer Empfindungskraft.” (Münchner Merkur, K.Spengler);
Studium der Homöopathie; Ausstellung:
1968, München, Krauss-Maffei; Literatur: Münchner Merkur 13.1.1968 (Abbildung), Dütsch3; freundliche Auskunft von Frau Dütsch;

Steinl, Eugen; Porzellanobermaler bei »Wilhelm Kagel; Partenkirchen, Martinswinkelstraße 26; Literatur: A1937/53;

Stengel, Irmtraud; Bildhauerin; in München, Loristraße 3b, tätig; Werk: Um 1975, Garmisch, Bahnhofstraße 34, Bronze “Zwei Murmeltiere”; Literatur: Ruf2;

Stengel, Johann Georg von (Freiherr); Zeichner, Radierer, Landschaften, Autodidakt, königlich bayerischer Ministerialrat; *1.10.1775 Mannheim – †24. (26.?) 4.1824 München; in München tätig; Werk: Lavierte Bleistiftzeichnung “bey Grün nächst Mittewald.” (bei Krün) datiert 1805; Literatur: ThB, Pe;

Stengel, Stephan von (Freiherr, Christian Franz Nikolaus Leopold); Zeichner, Radierer, Generalkommissar des Mainkreises; *6.10.1750 Mannheim – †3.10.1822 Bamberg; Vater von »Johann Georg v.S.; Besuch der Jesuitenschule in Mannheim; ab 1763 Studium an der Universität Heidelberg (Philosophie, Natur- und Rechtswissenschaften); 1767 zum Dr.phil. promoviert;
“In früher Jugend begann er zu zeichnen, auf der Universität fertigte er Landschaften aus der Umgebung von Heidelberg. Bei dem Kupferstecher »Egidius Verhelst [d.J.] nahm er Unterricht im Kupferätzen. Er unterrichtete seinerseits im Jahre 1772 Joseph Fratrel im Radieren. Mit »Ferdinand Kobell war er seit 1771 eng befreundet und gab 1822, kurz vor seinem Tode, den ›Catalouge raisonnée des estampes de Ferd. Kobell‹, [Nürnberg, 1822], heraus. Diese Freundschaft übertrug sich auch auf Kobells Bruder »Franz, mit dem er zusammen nach der Natur zeichnete. ... Stephan hinterließ bei seinem Tode 599 Zeichnungen von eigener Hand (Landschaften, Volksszenen, Volkstrachten, Insekten usw.), die nach seinem letzten Willen nicht veräußert werden durften, sondern im Familienbesitz bleiben sollten.” (Tenner);
“Zeichnete Landschaften, Szenen aus d. Volksleben, Volkstrachten, Insekten, Karikaturen usw. Radierte Landschaften ...” (ThB);
“Stephan Freiherr von Stengel war als Kabinettssekretär und Leiter des Finanz-Departments einer der engsten Mitarbeiter des Kurfürsten Carl Theodor während dessen Regierungszeit in Bayern in den Jahren 1777 bis 1797. Stengel versuchte, über die Entwicklung der Wirtschaft den bayerischen Staat insgesamt zu festigen und auszubauen. Er gehörte mit der Befürwortung des Freihandels, der Abschaffung von Monopolen und dem Ausbau der Landwirtschaft nach modernsten Erkenntnissen zu den frühen Förderern moderner wirtschaftspolitischer Reformen in Bayern.” (Monika Groening);
Werke: Wien, Albertina; Coburg; 1803, Kupferstiche “Der Krottenkopf bey Au” (Oberau) und “der Wetterstein bey Mittenwald”;
Literatur: ThB, WS, Schelle, Dussler, Tenner; Stephan Freiherr von Stengel, Denkwürdigkeiten, Mannheim, 1993; Friedrich Walter, Mannheimer Familien, um 1920; Stephan von Stengel, Reisetagebuch von 1783, Heft 24 der kleinen Schriften der Ges. der Freunde Mannheims; Henner-Wolfgang Harling, Stephan Freiherr von Stengel und Schriesheim, Schriesheimer Jahrbuch, 1998; Monika Groening, Stephan Freiherr von Stengel, ein pfalzbaierischer Staatsdiener und Wirtschaftsfachmann, Vortrag im Reiss-Museum Mannheim, 2000; WVZ bei Nagler; www;

Stepanek, Ludmilla; Malerin, Aquarellistin, Graphikerin, Illustratorin, Kunstbäckerin, Kunsterzieherin, Buchillustrationen, Pastelle, Federzeichnungen, Radierungen, Landschaften, Porträts; *21.11.1945 Jilemnice/Starkenbach/CSR; seit 1975 in Garmisch, Törlenstraße 43 und 59 tätig; lebt jetzt in Hohenpeißenberg, Kirchweg 19; 1961-65 Abitur an der Fachhochschule für angewandte Kunst Prag, 1965-68 Studium an der Philosophischen Fakultät der KU Prag, Pädagogik, Psychologie, Kunst bei Cyril Bouda und Karel Lidicky, Schwerpunkt Figur und Porträt; 1970-76 an der Kunstakademie Düsseldorf, freie Graphik bei Rolf Sackenheim und freie Kunst bei Rolf Crummenauer; 1974 Staatsexamen für Kunsterzieher und Diplomarbeit (Beiträge zu einer neuen Gestaltform im Bereich der Backkunst); Studienreisen nach Dänemark, Italien, Spanien und Griechenland; Lehrbeauftragte für Kunst an der Geigenbauschule Mittenwald und am Staffelsee-Gymnasium Murnau; Mitglied im BBK Düsseldorf und Bayern, in der NMK, in “Der Kreis” und im KBG; verheiratet, 2 Kinder;
“Dabei ist es mir gelungen, vollkommen neue Formen zu entwickeln, die es bisher in der Kunstgeschichte des Backwerks nicht gab” (Ausstellungsprospekt);
“Sind schmackhafte Torten und erlesenes Backwerk für uns – im landläufigen Sinn – nicht auch Kunstwerke? Nein, Ludmilla Stepanek meint mit Kunst-Backen nicht jene, in den Konditoreien zu kaufenden kulinarischen Kostbarkeiten, die zum raschen Verzehr geschaffen wurden, sondern sie nimmt diesen Begriff ›Kunst-Backen‹ gleichsam beim Wort: Aus dem Rohmaterial Teig schafft sie – der oben genannten Zweckgebundenheit spottend – wirkliche Kunstwerke, ästhetische Gebilde also, die der Kurzlebigkeit jener ›genießbaren‹ Kunst des Konditormeisters Beständigkeit und Dauer entgegensetzen. ... Gibt es eine typisch weibliche Kunst jenseits aller Qualitätskriterien? Versenkt man sich ins Studium der Backkunstwerke, Landschaftsaquarelle und Radierungen von Ludmilla Stepanek, so kann man diese Frage ohne Weiteres mit Ja beantworten.” (
Ausstellungsprospekt, »R.Härtl);
seit 1967 Ausstellungen: Bern, Düsseldorf, Frankfurt/M., seit 1977 Garmisch-Partenkirchen, Kranenburg, Landshut, Lippstadt, München, Murnau, Prag, Zons; Werke: Backplastiken für Berlin, Budapest, Düsseldorf, Hamburg, Landshut, München, Prag, Zons, Kinderbücher (“Der fliehende Baum” und “Mein Freund Hoppi”, verfaßt von »Gerhard Fabian, Partenkirchen);
Literatur: Ausstellungsprospekt; KBG, MAGP, Berufsverband (Porträt), Zeitschriften und Kataloge im In- und Ausland, GPT 18.6.1977/ 5./17.4.2000/ 14.6.2002 (Porträt, Abbildung), KB 30.5.2001 (Porträt); Mg: Ligiert LS;

Steppes, Edmund (Prof.); Maler (Tempera), Graphiker, Radierer, Freskant, Landschaften, Tiere, Porträts, Figürliches, Kunst-Schriftsteller; *11.7.1873 Burghausen/Salzach – †9.12.1968 Ulrichsberg/Deggendorf (Grab in München/Haidhausen); ...

Stepputtis-Roesich, Lilo; Malerin, gegenstandslos; Bad Kohlgrub; kurz Mitglied in “Der Kreis”;
“Die Künstlerin gestaltet Materialbilder mit Kork und Metallfolien, legt wolkenhafte, mit Acrylfarben gemalte Formgebilde über die naturbelassenen Strukturen von Kork und steigert den Wert ihrer Arbeiten durch Verwendung von Blattgold. ... Immer dort wo Lilo Stepputtis-Roesich aus diesen Grundlagen der Malerei heraus arbeitet, findet sie zu überzeugenden bildnerischen Resultaten (›Fabelwesen‹), mit denen sie ihre Ideen und Begriffe – was auch immer sie darunter verstehen mag – optisch zu realisieren imstande ist.” (GPT 13.12.1983, »R.Härtl);
Ausstellung: 1983, Garmisch; Literatur: GPT 3.2.1983/ 13.12.1983;

Stern, Ernst; Maler, Bühnenbildner für Max Reinhardt, Lithograph, Illustrator; *1.4.1876 Bukarest – †28.8.1954 London; ebenda, in Berlin und München tätig; Ausstattungschef bei Lubitsch; Freundeskreis »E.v.Seidl; Literatur: ThB, Vo, Jugend, Dr1930, Seidl; Mg: E.S.;

Stiegler, Michael (“der Miche"); Reporter, Aquarellist, Maler (Acryl), Landschaften; *7.4.1932 – †10.1.2003 München; 45 Jahre beim Bayerischen Rundfunk tätig: “Leitender Redakteur beim BR-Rundfunk. Kritische Reisereportagen aus allen Kontinenten brachten ihm den internat. Journalistenpreis von San Remo. Für zahlreiche engagierte Interviews mit prominenten und unbekannten Zeitgenossen und dem Einsatz f. bayerische Belange – vom Sozialproblem über Denkmalschutz und Naturschutz bis zum Erhalt echt bayerischer Tradition – ausgezeichnet mit dem Bayerischen Verdienstorden, dem I. Preis des Bayerischen Landtags und d. Medaille ›München leuchtet‹. Nach Hobbys befragt: Arbeit und Essen und wenn Zeit bleibt Faulenzen [und seit 1982 Malen]." (Groeg2);
Werke, Bücher illustriert mit Aquarellen: Sommerbilder, Zuhause unterwegs in Oberbayern, Rosenheim, 1992; Berg-Sommerbilder, Unterwegs in den Ostalpen, Kempten, 1995; Berg-Sommerbilder aus den Westalpen, Kempten, 1997;
Veröffentlichung: BR Alpha und Bayerisches Fernsehen 13.1.2003 (Porträt); Literatur: Groeg2, Münchner Merkur 13.1.2003 (Porträt);

Stock, Hanna; Kunstgewerblerin; Farchant, Alpspitzstraße 1; Literatur: A1953;

Stockar, Gerd von (Prof.); Bildhauer, Keramiker; *1922 Donauwörth; Studium an der Schnitzschule Oberammergau und an der ABK München bei »J.Henselmann; Meisterprüfung in Keramik an der Staatlichen Fachschule in Landshut; Dozent an drei Universitäten in Westafrika, Prof. an der Universität von Nigeria; Ausstellungen: 1978, München, Galerie der Künstler; Bremen, Kunst-Krypta; Literatur: Kunst am Bau;

Stockmann, Hermann (Prof.); Maler, Illustrator; *28.4.1867 Passau – †25.12.1938 Dachau; seit 1898 in Dachau tätig; Lehre in München als Dekorationsmaler; 1885-91 Studium an der ABK München bei G.v.Hackl und J.C.Herterich, dann bis 1894 Meisterschüler bei »W.v.Diez; 1911 Prof.; Mitglied der Luitpoldgruppe und des RK; Freundeskreis »E.v.Seidl; Werke: In Museen; seit 1906 in Murnau an der künstlerischen Neugestaltung des Ortsbildes beteiligt, so Kaufmannsladen von Killer “Bild eines Chinesen und eines Schwarzen”; Literatur: BMM, ThB, Vo, WK 1937, Heck, Jugend, Dr1930, IHK, Reitmeier, Seidl, Salmen1, Wietek, Schweers, Schuster1, Schmid2, Ludwig;

Stoess, Angela (Stöss); Photographin; Murnau, Literatur: GPT, Hruschka3 (Abbildung);

Stoess, Lutz (Stöss); Photograph; Murnau, Literatur: GPT, Hruschka3 (Abbildung);

Stoess, Herbert; Photograph; Murnau, Literatur: GPT 11.8.2001/ 22.4.2002, Hruschka3 (Abbildung);

Stöss, Max (Stöß, Stoeß); Photograph; *13.2.1893 – †17.2.1960 Murnau; Photographenhaus in Murnau, Obermarkt 1; (früher Bahnhofstraße 10); Werke: Um 1930, Album “Murnau und der Staffelsee”; um 1930 im Adam-Führer Garmisch-Partenkirchen; Literatur: Gebhart2, A1931/58, Hruschka3 (Abbildung);

Stövhase, Helene (genannt Trix Günther); Malerin; Garmisch, Zugspitzstraße 89; Literatur: A1953;

Stoffregen, Ruth (Elisabeth); Bildhauerin, Malerin, Graphikerin, Zeichnerin; *6.12.1921 Augsburg; 1941-44 Studium an der Akademie für angewandte Kunst München bei A.Marxmüller und J.Oberberger; seit 1963 Lehrauftrag für Kunsterziehung am Lehrinstitut Derksen München; lebt in Schwaighofen/Bad Heilbrunn; Ausstellungen: 1962, München; 1963, Augsburg; Werk: 1954, Garmisch-Partenkirchen, evangelische Kirche “Kruzifixus"; Literatur: Hartmann (Abbildung), Kürschner, Gorenflo;

Stoll, Karl-Heinz; Bildhauer, Krippenfiguren, Masken, Zeichner, Kommunalpolitiker; *1939 Schwarzwald; in Tankenrain/Weilheim und Seefeld/Starnberg tätig; lebt jetzt in Unterammergau, Am Lachenbach 1; Werkstatt auch in Bad Bayersoien, Trahtweg 10a; Freundschaft mit »L.Kreitmeir;
“Geboren und aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Schwarzwald. Nach dem Besuch der dörflichen Volksschule Lehre in der väterlichen Werkstatt als Holzbildhauer. Nach der Gesellenprüfung Umzug nach Oberammergau (1957) und Arbeit in einer der dortigen Schnitzereien. Durch Kontakte zur Ammergauer Schnitzschule erste Begegnung mit künstlerischen Arbeiten. Danach Meisterprüfung im Holzbildhauerhandwerk und Zuerkennung der ›Künstlereigenschaft‹ durch die Akademie in München. Danach ›freiberuflich‹ tätig – kleinere Arbeiten in Bronze. In zahlreichen workshops und Sommerakademien Beschäftigung mit den Techniken des Zeichnens – Versuche in Stein zu arbeiten.” (Lang);
Ausstellungen: München; 1990/2000, Oberammergau; Werk: “Figurengruppe” Kalkstein (Abbildung Lang); Veröffentlichung: ARD Fernsehen 23.10.2001; Literatur: Lang, Buchwieser2, GPT 23.1.1974/ 6.2.1985 (Porträt, Abbildung)/ 22.8.1990/ 26.4.1999 (Porträt, Abbildung);

Straub, Johann Baptist; Bildhauer, vor allem Holzbildhauer, Zeichner; *25.6.1704 Wiesensteig/Donaukreis – †15.7.1784 München (Grab im alten Südlichen Friedhof, früher an der Kreuzkirche); erste Schulung bei seinem Vater, dem Bildhauer Joh. Georg S.; um 1722-26 in München bei G.Luidl; 1726-28 selbständig in der Residenz München tätig; seit 1728 in Wien; seit 1734 wieder ständig in München, am 7.6.1737 zum kurbayerischen Hofbildhauer ernannt; Zusammenarbeit mit »J.M.Fischer, “Seine bedeutendsten Schüler waren »R.A.Boos und J.B.Messerschmidt." (Alckens); “Neben »Ignaz Günther der Hauptmeister der Plastik Münchens und Altbayerns im 18.Jahrh.” (ThB, N.Lieb);
Werke: 1757-62, Ettal, Basilika St. Maria aufgenommen in den Himmel, Altarplastiken (1757-58 Benediktusaltar, 1759-60 Korbiniansaltar) und 1759/60, Kanzel, Flachrelief mit Christi Geburt (Abbildungen Seidel); Kloster, Haupttreppenhaus 2 Löwen;
“Die Altäre ... zählen in ihrer Art zu den hervorragendsten und originellsten Schöpfungen des entwickelten kirchlichen Rokokos. ... Nicht alle zwölf Figuren sind von gleicher Qualität; manches ist da bei Straub Wiederholung und Routine; die orientalisch gewandeten Gestalten Abrahams und König Davids am Altar der Hl. Familie erinnern an ›Operntürken‹ der damaligen Zeit. Hervorragend in ihrer vergeistigten Durchbildung sind die Bischofs- und Mönchsgestalten, hier besonders der hl.Magnus, der zu den schönsten Plastiken des 18. Jahrhunderts gehört.” (Koch1);
Ettal, Klosterkirche, Sakristei, goldgefaßtes Holzrelief “Kreuzabnahme” am Kartabernakel (ThB, Zuschreibung von R.Hoffmann);
um 1774/80, Eschenlohe, Pfarrkirche St. Clemens “Mächtige Rokoko-Hochaltaranlage mit bewegt ausschwingendem Gebälk und Tabernakel mit Seitenfiguren und lebendigen Putten ...” (De Zuschreibung, »F.X.Schmädl), auf der Tabernakeltüre Relief “Abendmahl” [Straub-Werkstatt, Hruschka3], und vielleicht die Beichtstühle (ThB: Falsche Zuschreibung); Murnau, Pfarrkirche St. Nikolaus, Beichtstühle und Kanzel, nach Entwürfen von S. (Zuschreibung), Tabernakel (Zuschreibung von Dr.G.Wöckel, Zieringer); Bichl, St. Georg?;
Veröffentlichung: Bayerisches Fernsehen 2001; Literatur: ThB, Koch1/2, Ho, Festschrift, Hufnagel, Wü1, Alckens, Seidel, De, Sauermost, Schedler-Simet1, Vignau, Dischinger1, Bauer3/4, Lieb, Zieringer, Valentin (Porträt, Abbildung), Museum Altomünster, Hruschka3;

Straub, Thomas; Holzbildhauer; seit 1999 Lehre an der Schnitzschule Oberammergau; Ausstellung: 2000, Seehausen: “25 Benediktinermönche haben zur Zeit des karolingischen Klosters 750 Jahre nach Christus auf der Insel [Wörth] gelebt. Die Mönche von Thomas Straub stehen für die Entwicklung, den Glauben, die Gemeinschaft, die geistige und seelische Kraft, aber auch für die Einsamkeit.” (GPT, T.M.Wellens);
Literatur: GPT 19.6.2000, Saal (Abbildung);

Strauch-Sachs, Ursula; Malerin; *1941 Oberammergau; “1961-66 Ausbildung zur Berufsberaterin in München. 1961 private Malschule König am Wochenende. 1962-64 private Malschule Waki Zöllner, München. 1964-65 Kunsterzieher-Ausbildung für Volksschulen. 1965 fachgeb. Hochschulreife. ... 1970 Gründung der Initiativ-Gruppe ›Kinderforum‹ mit der Galerie van der Loo. 1971 Geburt einer Tochter. 1973-74 Studium der Pädagogik, Soziologie und Philosophie an der Univ. München. 1976 Malaufenthalt in Drakabygget (Schweden) im Atelier von Asger Jorn mit der Malgruppe ›Kollektiv Herzogstraße‹. Wiederaufnahme gestischer Malerei, noch ausgehend vom Gegenstand. 1977 Trennung vom Kollektiv und Zusammenarbeit mit der Gruppe ›WeibsBilder‹. 1974 Beginn der ›SpielWeltKästen als Probierfeld für Lebenskunst‹ und ›SpurensicherungsUrbildKästen, die andere anregen sollen, sich selbst Bildkästen zusammenzustellen.‹” (Evers);
Literatur: Gorenflo, Evers;

Strauß, Max (Strauss); Maler, Freskant; München, Schwanthalerstraße 61; Mitglied im RK; Werk: 1922, Oberammergau, Ettaler Straße, um 1925 “Rotkäppchenhaus” mit Märchendarstellungen (»Throll); Literatur: De, Dr1930, IHK, Dischinger1, Entdecke Werdenfels, Rädlinger;

Streitel, Josef (“Hafner Seppe”); Hafnermeister; *Garmisch, Klammstraße 22 und Burgstraße 7; 1896 im Gründungsausschuß des Volkstrachtenvereins Garmisch (»Johann Ostler); Literatur: A1912-39, Bader (Porträt);

Streitel, Matthias (Mathias); Hafnermeister, Kachelöfen, Fliesen; *1886 Garmisch, Burgstraße 7; Literatur: Ostler1/2, A1922-53;

Streitl, Georg; Hafner; um 1870 in Garmisch, Frühlingstraße 1, tätig; Literatur: Ostler2;

Strele-Bärwangen, Sophie von; Zeichnerin, Landschaften; *1857 – †1934 Innsbruck; lebte in Lermoos; einige Jahre Zeichenunterricht bei Anna Steiner-Knittel (“Geier-Wally”) in Innsbruck: “Meiner Großmutter vermittelte diese Lehrerin jedenfalls eine beachtliche Fähigkeit des künstlerischen Ausdrucks, wie die meisten der abgebildeten Zeichnungen zeigen. Diese Darstellungen zu publizieren scheint mir gerechtfertigt, da sie in sehr präziser Weise Anwesen und Landschaften im Außerfern, insbesondere in Lermoos, aber auch in Biberwier und anderen Teilen von ›Zwischentoren‹, aufleben lassen, so, wie diese vor ziemlich genau einem Jahrhundert aussahen. Skizzen mit Ansichten von Lermoos, von der ›Schanz‹ oder der Ehrwalder Alm zeigen, wie weitgehend das Ortsbild sich verändert hat, wie sehr die Zerstörung der alten Siedlungen fortgeschritten ist. Andererseits scheinen mir Zeichnungen, die den eigentlichen Ortskern von Lermoos darstellen, zu erweisen, daß dieser in wesentlichen Teilen fast unverändert geblieben ist.” (H.H.v.Srbik);
Werk: 1884 “Forsthaus Griesen”; Literatur: H.H.v.Srbik, Im Ausserfern vor hundert Jahren, Innsbruck, Wien, 1985 (Abbildungen);

Stritzinger, Ernst; Kameramann, Taucher; *1938 München; ebenda Studium der Feinwerkoptik; seit 1956 Tauchen, seit 1962 im Badersee bei Grainau; seit Anfang der 1960er Jahre Kameraassistent, seit 1970 Kameramann, spezialisiert auf Unterwasseraufnahmen; Werke: Unterwasseraufnahmen für viele Filme, alle Unterwasseraufnahmen des Filmes Das Boot" nach »L.G.Buchheim; Veröffentlichung: Bayerisches Fernsehen 18.5.2002, Badersee mit Nixe;

Strobel, Gordana; Mode-Designerin, Malerin; * um 1950; in Schlehdorf, Mittelstr. 2, tätig; Ausstellung: Murnau; Mg: Ligiert GS;

Strodl, Lisi; Krippenausstatterin, textile Bekleidung; Partenkirchen; Frau von »Sepp S.; Literatur: Rehm;

Strodl, Sepp (Josef); Schreiner, Krippenbaumeister, Krippenställe; *26.2.1926 Plattele/Gerold/Partenkirchen; lebt in Partenkirchen; ebenda Schreinerlehre; bis 1997 zweiter Vorstand, 1983-95 im Verein der Werdenfelser Krippenfreunde Kursleiter für Krippenbau: “Seine Krippenställe werden im ganzen Werdenfelser Land wegen ihrer Urwüchsigkeit und Vielfalt geschätzt, bewundert und begehrt. Handwerkliches Geschick, fundierte Kenntnisse und ein besonderes Gespür für eine natürliche Wiedergabe und Fertigung von alten, verfallenen Bauernhäusern und Stadln sind die Fähigkeiten vom Sepp. Man spürt in seinen Krippen ein echtes Bekenntnis zu seiner Partenkirchner Heimat.” (Rehm);
“Dazu ist er als Bauernbub und gelernter Schreiner mit jeglichen Arbeiten vertraut, und dieses Wissen und Können auch ›ums alte Sach‹ bringt er mit ein in sein Krippenschaffen. So manches alte Gerät von einst stellt er in seinen Krippen auf und bewahrt es so vor dem Vergessenwerden.” (DBK/277, A.Rehm);
Ausstellung:
1997, WFM, 7 Krippen; Werk: 2001, Partenkirchen, Pfarrkirche, Aufbau der Freikrippe von »Sebastian Pfeffer (mit Andreas Grasegger und Anton Weiß); Literatur: Rehm (Porträt), DBK/277 (Porträt, Abbildung)/311, GPT 10.12.2001;

Strützel, Otto (Prof., Leopold); Maler, Radierer, Illustrator, Landschaften, Berge, Tiere, Impressionist; *2.9.1855 Dessau – †25.12.1930 München (Grab Waldfriedhof alter Teil); frühe Zeichenstudien, erstes Ölgemälde am 5.8.1869; Anregungen durch den Hofmaler August Becker in Dessau; ebenda erste Tätigkeit in einer lithographischen Anstalt; ab 1871 Studium an der Kunstschule in Leipzig, erste Studienreisen nach Dänemark und 1875 nach Tirol; nach dem Kriegsdienst 1879 an der Akademie Düsseldorf bei C.Irmer und E.G.Dücker; 1883 Studienaufenthalt bei v.Zügel in Murrhardt;
seit 31.10.1885 in München, Adalbertstraße 70; Mitbegründer der Secession in München; Mitglied der MKG und im RK; seit etwa 1900 arbeitet S. auch in Ohlstadt, 1926-30 mietet er hier ein Haus, das sogenannte Trompeterhaus in der Loisachstraße 26, hier malt er auch seine letzten Bilder; 25.6.1903 erwirbt S. die Staatsangehörigkeit im Königreiche Bayern; 1904 zum Königlichen Prof. ernannt; 1931 werden beim Brand im Münchner Glaspalast 61 Werke zerstört; Ausstellungen: Erstmals 1883, 1888-1931 fast regelmäßig, im Münchner Glaspalast; “In Strützels Kunst leben die koloristischen Prinzipien des französischen Frühimpressionismus fort.” (Ruhmer1);
Werke: Dachau Museumsverein, Museum Leipzig; München: Neue Pinakothek, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Staatliche Graphische Sammlung (50 Aquarelle und Zeichnungen);
Gemälde (näheres bei Ludwig): “An der Loisach”, “Blick von Ohlstadt gegen die Alpen”, “Blick von Ohlstadt auf das Wettersteinmassiv”, “Moor bei Mittenwald”, “Moorlandschaft bei Murnau”, “Weg im Murnauer Moor mit Zugspitzabbruch”, “Loisach mit Alpspitze und Waxenstein”, “Blick auf die Alpspitze”, “Zugspitze”, “Der kleine Waxenstein”, “Gebirge bei Garmisch”, “Tanne mit Ettaler Mandl”;
als Ansichtskarten erschienen: “Badersee”, “Eibsee”, “Kochelsee”, “Ludwigstraße in Partenkirchen”, “Partnach-Klamm” und “Walchensee”;
Literatur: Ludwig (WVZ), BMM, ThB, Wi, Boetticher, Jansa, 100 Jahre MKG, Reitmeier, Dr1930, Wietek, Heilmeyer1, Jugend, Schweers, Schmid2, Scheibmayr1, Wollmann, Goldstein, Ruhmer1, Aigner, Schuster1, Spichtinger, WK 15.3.1983/15.10.1985, Heck;
Mg: O.Str.; O.Str,; O.Str,.; Str; www;

Stubenrauch, Hans; Maler, Aquarellist, Zeichner, Illustrator, Pferde, Porträts, Historiendarstellungen, Schriftsteller; *11.4.1875 Niederaschau – † Juli 1941 Murnau (Villenkolonie auf dem Eichholz 262e); Studium an der Kunstschule Nürnberg bei H.Heim, dann an der ABK München bei N.Gysis, »v.Halm und v.Zügel; seit 1911 engere Beziehung zu Murnau, lebte, seit 1919 offiziell, in Murnau;
“Er machte sich hauptsächlich als Maler und Illustrator (u.a. »Meggendorfer Blätter‹, ›Fliegende Blätter‹ [›Simplicissimus‹]) einen Namen und gestaltete den Festzug zur 600-Jahr-Feier des Marktes Murnau 1935. Aus seiner Feder stammt der 1927 [Weilheim] erschienene ›Moos-Berg-Spuk‹, in dem er in Versform das Geschlecht der ›Bezimire‹ durch die Vergangenheit begleitet. Stubenrauch veröffentlichte auch Aufsätze in der Zeitschrift Lech-Isar-Land.” (Hruschka3, Dr.M.Hruschka);
Mitglied der MKG, im Süddeutschen Illustratorenbund München und im RK; Freundeskreis »E.v.Seidl;
Ausstellungen: Münchner Glaspalast, 1932 Deutsches Museum München, 1922 Murnau (1. Vorsitzender der Ausstellungsleitung); 1934/35/36 Murnau;
Werke: August 1923, Murnau, Notgeldschein des Marktes (Abbildung Freude); Gemälde (Abbildungen Radke): “Die Befestigung (Römerkastell) auf dem Moosberg” (Landratsamt Weilheim); “Der Sturm auf den Moosberg” (Hartsteinwerk Eschenlohe); “Kaiser Ludwig verleiht 1322 Murnau die Marktrechte” (Marktgemeinde Murnau); Zeichnung: “Der Hof im alten Schloß” (Murnau);
Literatur: ThB, Vo, BMM, Jugend, Dr1930, DCK 1934/35, Gebhart1/2, Dingler1, Busse, Krönner1, Pe, Salmen1, Zeitler, Gebhart1, Freude, Gampe1, Staffelsee-Bote 30.9.1915/ 28.3.1925, Murnauer Tagblatt 11./13./30.8.1934/ 19.6.1936/ 5.7.1941, Lech-Isar-Land 6/1930/ 13/1937, Radke, MAM, Hruschka3 (Abbildung einer Nazi-Propaganda-Zeichnung); Mg: S.H.; H.S.t.; Ligiert HS;

Stuck, Franz von (“Malerfürst”); Maler, Graphiker, Bildhauer, Kleinplastiker, Architekt; *23.2.1863 Tettenweis/Niederbayern – †30.8.1928 Tetschen; ...

Stuckenberger, Helga; Holzbildhauermeisterin, Tiere, Krippenfiguren zum Ankleiden, handgeschnitzte Figuren; *1960 Oberammergau; ebenda, Ettaler Straße 53 (Werkstatt Daisenbergerstraße 1), tätig; 1975-78 an der Schnitzschule Oberammergau, Gesellenprüfung; 1982-84 Meisterschule in München, Meisterprüfung; seit 1984 selbständig in Oberammergau; »St. Lukasverein; Mitglied der “Lebenden Werkstatt” im Pilatushaus und der Oberammergauer Spielergemeinschaft bis 2001; 1984, 1990 und 2000 Maria Magdalena bei den Passionsspielen; Ausstellungen: 1990/2000, Oberammergau; Werk: “Der Herbst” (Abbildung Lang); Veröffentlichung: ARD 7.6.2000; Literatur: KHW, GPT 22.8.1990/ 15.7.2000/ 9.2.2002 (Porträt), Lang, Buchwieser2;

Stückl; Holzschnitzerfamilie in Oberammergau; Vorfahren legten 1633 mit das Passionsgelübde ab; Literatur: Schneiderhan;

Stückl, Annelies; Kunsthandwerkerin, Klosterarbeiten; Oberammergau, St.-Lukas-Straße 2; Literatur: Buchwieser2;

Stückl, Benedikt; Holzschnitzer; *21.3.1853 – †30.4.1932 Oberammergau, Schnitzschulstraße 37a; 1910 und 1922 alter Mann aus dem Volk bei den Passionsspielen; Literatur: Feldigl, A1927;

Stückl, Benedikt; Holzbildhauer, Landrat; *16.12.1899 Oberammergau – †29.8.1965 Kainzenbad/Partenkirchen (Krankenhaus); lebte in Oberammergau, Himmelreich 16; 1919 mit dem Freikorps Werdenfels in München;
Kreisbrandinspektor; seit 1959 1.Vorsitzender des BRK-Kreisverbandes; 1952-59 stellvertretender Landrat und von 1959-65 Landrat des Landkreises Garmisch-Partenkirchen;
“Seine Familie zählt zu den ältesten des Passionsspieldorfes. Nach Absolvierung der Volks- und Fortbildungsschule erlernte er den Beruf eines Holzbildhauers. Von 1917 bis 1918 war Stückl Soldat. Nachdem er sich eine Zeitlang in der Forst- und Landwirtschaft betätigt hatte, übte er von 1921 an wieder seinen erlernten Beruf im In- und Ausland aus; dreieinhalb Jahre war er in den USA als Holzbildhauer tätig. Im Jahre 1932 wurde er von den Mitwirkungsberechtigten in das Passionsspiel-Komitee gewählt; bei den Spielen 1934 und 1950 war er mit wichtigen Organisationsaufgaben betraut. Von 1948-1952 war Benedikt Stückl 2. Bürgermeister des Dorfes.” (GPT 1959);
Literatur: Heimstätte, A1953, GPT 15.12.1959 (Porträt)/ 30.8.1965 (Porträt)/ 9.2.2002, Rädlinger;

Stückl, Christian; Theaterregisseur und ab 2002 Intendant am Volkstheater München, Holzbildhauer; *15.11.1961 Oberammergau; lebt ebenda, Dedlerstraße 6 und in München; 1980 Abitur in Ettal; 1981-84 Lehre an der Schnitzschule Oberammergau; seit 1978 Theaterarbeit, so Mitarbeit in einer Laienschauspielgruppe in Oberammergau und Inszenierungen; 1987-88 Regieassistent von Dieter Dorn an den Münchner Kammerspielen; 1987 Wahl zum Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele 1990 (jüngster Spielleiter aller Zeiten); 1990 Hausregisseur bei den Münchner Kammerspielen, 1991-96 Zahlreiche Inszenierungen; 1992 Wahl zum Nachwuchsregisseur des Jahres; 1992-93 Inszenierung von Shakespeares “Viel Lärm um nichts"; 1996 Bürgerentscheid für die Spielleiter der Oberammergauer Passion 2000, Spielleiter der Oberammergauer Passion 2000; 2000, “Friedrich-Baur-Preis” für darstellende Kunst der Bayerischen Akademie der schönen Künste; seit 1997 Gemeinderat für “Dorfpolitik - neu überdacht”;
2002, Salzburg, Inszenierung des “Jedermann”: “Und Stückl, der Regisseur, fuhrwerkt beim Proben fuchtelnd in der Szene herum, will es noch rabiater, noch erotischer haben, saugt dabei gierig an seiner Kippe, stotternd, kichernd, wuselnd wie ein Springteufelchen.” (Süddeutsche Zeitung, C.Dössel); “Stückl ist vollkommen unbestechlich und das mag ich wahnsinnig gern. Er hat eine starke Persönlichkeit. Er brennt sehr dafür. Er hat eine starke Leidenschaft und er ist irgendwie einer von uns. Er ist ein wildes ungebändigtes Tier mit seinen Überzeugungen und dafür kämpft er und er liebt die Schauspieler sehr und – er liebt die Frauen.” (3SAT 26.7.2002, Veronica Ferres “Buhlschaft”);
seine Arbeit wird von »A.Buchwieser photographisch dokumentiert; seit 1974 Nikolaus: “›Nett wird’s aber erst, wenn die Kinder mit einem reden. Da kommen oft ganz wunderbare Sachen raus‹. Ein kleiner Bub zum Beispiel drückte dem Bischof mal ein Blatt Papier mit einem Kreis in die Hand. Ist das vielleicht ein Ball, wollte der hohe Besuch wissen. ›Ja, sieg’st des net‹, konterte der kleine Künstler, ›des is doch a strumpfsockat’s Hirn‹... Auch der dreijährige Dominik hat den Nikolaus schon einmal zum Schmunzeln gebracht. Als die Runde an ihn kam, in der großen Runde, wollte ihm partout kein Gedicht einfallen. Der Bischof ermunterte ihn: ›Denk doch einmal nach, bestimmt kannst du was.‹ Und der Zuspruch half. Plötzlich strahlte Dominik, und es sprudelte aus ihm heraus:
›Der Hirsch springt hoch,
der Hirsch springt weit.
Es macht ja nichts,
er hat ja Zeit ...‹
” (GPT 5.12.2001, E.Stöckerl);
Veröffentlichung: BR Alpha 6.11.2000 (http://www.br-online.de/alpha/forum/vor0011/20001106_i.html), (Porträt); ZDF 19.7.2002 (Porträt); ORF2 22.7.2002 (Porträt); Bayerisches Fernsehen 27.7.2002; 3SAT 26.7.2002 (Porträt); 3SAT 27.7.2002 (Porträt)/ 12.1.2003 (Porträt); ORF2 29.7.2002 (Porträt); Bayerisches Fernsehen 20.10.2002 (Porträt);
Literatur: GPT 5.12.2001 (Porträt), KB 29.11.2000 (Porträt), Münchner Merkur 31.3.2000 (Porträt), Süddeutsche Zeitung 27.7.2002, Buchwieser2, Huber (Porträts), Rädlinger (Porträt, Abbildungen), Saal; Das Passionsspiel der Gemeinde Oberammergau, Oberammergau, 1990;

Stückl, Florian; Bildhauer; *1957 Oberammergau; ebenda, Himmelreich 16, tätig; 1976-79 Lehre an der Schnitzschule Oberammergau bei »H.Schwaighofer, seit 1996 ebenda Teilzeit-Fachlehrer (Fachpraxis, Fachtheorie); 1979-85 Studium an der ABK München bei H.Ladner, Abschluß-Diplom; seit 1985 selbständig; »St. Lukasverein; seit etwa 1982 Musikant bei den Ammergauer Sängern und bei der Ammergauer Danzlmusik; Ausstellungen: Oberammergau; Werke: 1985, Skulptur “Frühling” aus den “4 Jahreszeiten” Kopie nach »Joseph Albrecht, vor dem OHM; “Kuh in Gips” (Abbildung Lang); Veröffentlichung: Bayerisches Fernsehen 1997/18.8.2001; Literatur: KHW, GPT 28.3.1985/ 20.6.2000/ 29.1.2002 (Porträt), Lang, Buchwieser2, Saal (Porträt); Studenten der Klasse H.Ladner, Ausstellungskatalog, München, 1984 (Abbildungen);

Stückl, Modest (“Geiger” oder “Kochreiser”); Bildhauer, Feinschnitzer, Nadeletuis mit Pferden, Einzelfiguren wie Tiroler, Marienfiguren, Ritter, Generäle, Friedrich der Große, Napoleon, auch größere Heiligenfiguren; *1804 – †1886 Oberammergau; 1837-39 als Lieferant mit 641 Werken für »Georg Lang sel. Erben verzeichnet; 1850 Pilatus bei den Passionsspielen; Literatur: Zull1, Deutinger, Schneiderhan;

Sturm, Anton; Bildhauer, Stein und Holz; *1690 – †25.10.1757 Füssen; “Heiratet 9.6.1721 in Füssen u. ist um 1725/45 der bedeutendste Allgäuer Plastiker. Erster Lehrer (um 1745/50) des »R.A.Boos ...” (ThB, N.Lieb); Werke: 1734, Garmisch, neue Pfarrkirche St. Martin, Hochaltar: “Anton Sturm hat die zwei großen ›bilter als Petri et Pauli dann die 2 große Enngel auf die obere tachung und 4 Kindlein zu denen saulen‹ geschnitten und 144 fl dafür empfangen. Die vier Kindlein für die Säulen sind heute nicht mehr nachweisbar. Daß Anton Sturm, der Mitarbeiter des Weilheimer Bildhauers »Franz Xaver Schmädl, ein bedeutender Meister gewesen ist, läßt eine Betrachtung der beiden Figuren des hl.Petrus und Paulus, ihres Gesichtsausdruckes, der in ihrer Gewandung, in ihren Aktionen, ihrem Schritt liegenden Bewegung leicht erkennen. Es ist eine ungeheure Kraft und Wucht, die aus dem hl.Paulus, dem Völkerapostel und Völkerprediger, und eine erschütternde Natürlichkeit tiefempfundener Reue, die aus dem hl.Petrus zum Beschauer redet.” (Bogenrieder2); »Anton Wagner I; Literatur: ThB, Bogenrieder2, Nagler, Ho, Schnell, De, Wü1, Sauermost;

Süssmeier, Josef; Maler, Aquarellist, Landschaften; *1896 Rohr – †1971 München, Gaberlstraße 6; S. war ursprünglich Musiker; er lebte zeitweise im Werdenfelser Land, viele Werke von hier; “Süssmeiers Werke zeichnen sich durch ihre realistische Vortragsweise aus.” (BMM, J.Eminger); Literatur: BMM, IHK, Ruf2, Hanfstaengl, Reitmeier;
Mg: YOS;

Suhrlandt, Carl (Prof.); Maler, Pferde, Hunde, Historiendarstellungen, Porträts; *10.7.1828 Ludwigslust – †11.2.1919 Kochel; ebenda 1903-19 Malschule und Herstellung von Keramiken; späterer Nachfolger war »E.Groeber; Werk: 1903, Kochel, am Oberried 19, Jugendstil-Villa, Werkgebäude der Kocheler Keramik, August 1999 abgerissen (Tölzer Kurier 25.3.1998/ 11.2./ 11.8.1999/ KB Bad Tölz 18.3.1998, Abbildungen); Literatur: ThB, Boetticher, Kellner;

Sundblad, Gustav; Aquarellist, Zeichner, Lithograph; *1835 Augsburg – †1891 Leipzig?; Schüler von J.M.Veit; in München und Leipzig tätig; Werke: Um 1875, Zeichnungen: “Holzfäller im Mittenwalder Walde”, “Die Johannisfeuer in Partenkirchen”, “Leutaschklamm” und “König Ludwigs Auffahrt nach dem Schachen” (Gartenlaube 1873); 1882 “Partie bei Mittenwald” (Abbildung forcheida); Literatur: WS, ThB, Bodenmüller1, Geschichte1, Geschichte2, Hojer2, forcheida April 1997, Praxmarer/Adam (Abbildung); Mg: Ligiert GS;

 

 

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